Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen

Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus

Metropole Ruhr / Gelsenkirchen


Zielsetzung

Internationale Wochen gegen Rassismus - Erklärung zivilgesellschaftlicher Organisationen: Morde aufklären, Opfer unterstützen, Rassismus bekämpfen.  In einer gemeinsamen Erklärung haben sich 30 zivilgesellschaftliche Organisationen und Einrichtungen, darunter die Türkische Gemeinde in Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund, die Arbeiterwohlfahrt, der Paritätische Wohlfahrtsverband und der Interkulturelle Rat an die Öffentlichkeit und die politisch Verantortlichen gewandt. Angesichts der rassistischen Morde der sogenannten Zwickauer Zelle und vor dem Hintergrund verbreiteter rassistischer Einstellungen in Teilen der Gesellschaft fordern die Unterzeichner die Erarbeitung eines umfassenden “Nationalen Aktionsplans zur Bekämpfung von Rassismus und rassistischer Diskriminierung”. Gefordert seien u.a. die Ausweitung des Opferschutzes und der Opferberatung, die Unterstützung von Nichtregierungsorganisationen und die Förderung demokratischer Strukturen in der Zivilgesellschaft sowie die Einrichtung und Förderung einer unabhängigen Stelle zur Beobachtung von Rassismus und Rechtsextremismus.

Das "Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus" ist ein Bündnis von Bürgerinnen und Bürgern aller Bevölkerungsschichten. Unsere Zielsetzung ist die ständige Auseinandersetzung mit jeder Form von Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Rassismus, Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit und Gewalt im Alltag und der Widerstand dagegen. Wir wollen in Gelsenkirchen und in der Region mit dazu beitragen, dass hier ein Klima geschaffen wird, in dem für faschistische Organisationen, für Rassismus, Rechtsextremismus, Rechtspopulismus, Fremdenfeindlichkeit, Diskriminierung von Minderheiten, Hass und Gewalt kein Platz ist. Zum Schutz von Menschenwürde und Demokratie setzen wir Hass und Gewalt in jeglicher Form unsere gemeinsame Kraft entgegen.(...)   mehr...

Zu Risiken und Nebenwirkungen von Nazi-Aufmärschen lesen Sie ein Geschichtsbuch oder fragen Ihre Großeltern

Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen  Naziaktivitäten in Gelsenkirchen melden

Nazis stören Kundgebung in Gelsenkirchen 

18.1.2012. Vier Jugendliche aus dem rechten Spektrum störten die wöchentlich stattfindende Montagsdemonstration auf dem Preuteplatz in der Gelsenkirchener Innenstadt.

Nach Angaben der Veranstalterin hielten sich die Neofaschisten bereits längere Zeit am Rand der Kundgebung auf und beobachteten zunächst das Geschehen. Beim Thema “Verstrickung von NSU und Verfassungsschutz” begannen die Nazis, die Demonstration durch laute Zwischenrufe, Parolen und Pöbeleien erheblich zu stören. So bekundeten sie unter anderem lauthals ihre Symphatie mit dem norwegischen Massenmörder Andres Behring Breivik. Anmelderin Martina Reichmann verwies die rechten Störer daraufhin der Kundgebung. Die Polizei war an diesem Montag nicht vor Ort.

Woche der Erinnerung in Gelsenkirchen - Holocaust-Gedenktag 

Filmvorführungen im Kulturzentrum "die Flora", Florastraße 28

"Nacht und Nebel"

19. Januar 2012, Beginn 19 Uhr mit einem Vortrag von Hartmut Hering

"Nacht und Nebel" - Ein Film als Mahnmal gegen das Vergessen am Vorabend des 70. Jahrestages der berüchtigten Wannseekonferenz. Der Film nimmt seinen Ausgang in den grün überwucherten Ruinen von Auschwitz und zeigt dann in einem Rückblick das Geschehen in den Todeslagern, die gnadenlose menschenverachtende Präzision der "Endlösung". Ein filmisches Dokument von erbarmungsloser Eindringlichkeit. Diese Qualität und sein Stellenwert als Warnung vor kollektiver Entmenschlichung im Zuge ideologischer Verblendung und politischer Diktatur verleihen dem Film eine zeitlose Aktualität.

"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte"

26. Januar 2012, Beginn 19 Uhr mit einem Vortrag von Dr. Rolf Heinrich

"Alles weiß ich noch... und das ist das Schlimme an der Geschichte" - Videomitschnitt eines zeitzeugenschaftlichen Vortrages von Rolf Abrahamsohn. Der 86-jährige ist einer der wenigen jüdischen Überlebenden des Holocaust, der noch aus eigenem Erleben von der Deportation aus Gelsenkirchen und seinen Gewalterfahrungen unter dem Terrorregime der Nazis berichten kann. Rolf Abrahamsohn berichtet von seinem und dem Leidensweg seiner Familie und dem von Freunden, der in die Konzentrationslager Kaiserwald, Stutthof und Buchenwald, in ein Außenlager von Buchenwald beim Bochumer Verein und weiter nach Theresienstadt führte.

Der Eintritt zu den Filmvorführungen ist frei - Um eine Spende für das Projekt Stolpersteine in Gelsenkirchen wird gebeten.

Gedenkveranstaltung "Gelsenkirchener Lichter" 2012

27. Januar 2012, Beginn 18:30 Uhr Treffen auf dem Bahnhofsvorplatz

Die Gedenkveranstaltung am Internationalen Holocaust-Gedenktag erinnert an alle Opfer des nationalsozialistischen Terrors und an die erste Deportation jüdischer Kinder, Frauen und Männer von Gelsenkirchen nach Riga vor 70 Jahren. Der sich anschließende Schweigegang führt über die Bahnhofstraße zum Neumarkt. Dort sind neben dem Aufstellen und Entzünden der "Gelsenkirchener Lichter" auch Redebeiträge geplant, es sprechen u.a. Roman Franz (Landesverband der Sinti und Roma NRW), Dr. Michael Krenzer (Zeugen Jehovas) und Marianne Konze (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - VVN/BdA). Der Verein Gelsenzentrum e.V. lädt herzlich ein.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden gebeten, Kerzen mitzubringen.

70. Jahrestag: Zeitzeugen berichten von der Deportation (PDF)

Online-Ausstellung: Das kurze Leben des Gelsenkirchener Sintimädchens Rosa Böhmer (PDF)

Wir wollen die Klippe sein, an der die Braune Welle bricht! 

Virtuelle Menschenkette - Wir wollen die Klippe sein, an der die Braune Welle bricht!

Abb.: Logo der Aktion "Wir wollen die Klippe sein, an der die Braune Welle bricht!" (Logo nach einem Scherenschnitt von Marianne Tralau)

Online-Kampagne gegen Rechtsextremismus nimmt Fahrt auf

15. Dezember 2011. Wir wollen die Klippe sein, an der die Braune Welle bricht - unter diesem Motto findet derzeit im sozialen Netzwerk Facebook eine Aktion gegen Rechtsextremismus statt. Die Online-Aktivisten unseres Netzwerks haben die Aktion, die sich rasend schnell im Netz verbreitet, am 14. Dezember gestartet. Nach nur 24 Stunden nehmen bereits mehr als 300 Internet-Nutzer an der virtuellen Menschenkette teil.

Mehr: Virtuelle Menschenkette gegen Rechtsextremismus

Volksverhetzung - Nazishop durchsucht - Auch Webseite nicht mehr erreichbar 

Nach einer Strafanzeige des “Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen” wegen Volksverhetzung durchsuchte die Berliner Polizei am 22. November die Geschäftsräume des rechten Versandhandels “Reconquista”. Der Internetshop bot unter anderem ein T-Shirt mit dem Aufdruck “Killer Döner nach Thüringer Art” an. Verantwortlich laut Impressum: Dirk Bernt und André Reinecke. Derzeit ist der Versandhandel, der sich in der rechten Szene großer Beliebtheit erfreute, auch im Web nicht mehr erreichbar.

Rechtsrock-Band "Kategorie C – Hungrige Wölfe" plant Konzert 

Hatte die die rechtsextreme Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ jüngst noch ein Auftrittsverbot in Bremen kassiert, lädt die rechte Kapelle auf ihrer Webseite jetzt zu einem Konzert " im Ruhrpott" ein, dass am 10. Dezember stattfinden soll. Ohne eine konkrete Ortsangabe wird das Konzert höchst konspirativ vorbereitet, Teilnehmer erhalten über zwei Mobilfunkrufnummern kurzfristig Infos zu Treffpunkten, um dann von dort zum eigentlichen Veranstaltungsort zu gelangen.

Mehrfach sind in der Vergangenheit Konzerte der rechtsextremen Band verboten worden. In der jüngsten Verbotsbegründung des Stadtamtes in Bremen heißt es u.a. sinngemäß: "Das in den Liedtexten enthaltene rechtsextremistische Gedankengut ist geeignet, verfassungswidrige Assoziationen beim Publikum hervorzurufen oder aber zu steigern“ und weiter: "Das Abspielen rechtsextremistischer Musikstücke ist ein bedeutsames Medium zur Verbreitung rassistischen und nationalsozialistischen Gedankenguts und dient zu dessen Verfestigung und Stabilisierung". Die Entscheidung wurde vom Oberverwaltungsgericht Bremen bestätigt: "Das Oberverwaltungsgericht ist der Auffassung, dass bei Durchführung des Konzerts die konkrete Gefahr besteht, dass es zur Verletzung von Strafvorschriften kommt. Es müsse damit gerechnet werden, dass insbesondere von den Konzertbesuchern solche Rechtsverstöße ausgingen (Hitlergruß etc.). Das belegten Verstöße aus der jüngsten Vergangenheit. Das hochkonspirative Vorgehen der Konzertveranstalter entziehe die Veranstaltung jeglicher Kontrolle und dränge die Schlussfolgerung auf, dass das in der Vergangenheit gezeigte Verhalten fortgesetzt werden solle (...). Bleibt zu hoffen, dass man in NRW den Ausführungen im Beschluss des OVG Bremen folgt und ebenfalls ein Verbot für das geplante Konzert ausspricht.

Woche der Erinnerung in Gelsenkirchen 

Gegen das Vergessen

Abb.: Die Ausstellungshallen am Wildenbruchplatz in Gelsenkirchen dienten den Nazis im Januar 1942 als so genanntes "Judensammellager"

Der Internationale Holocaust-Gedenktag, der am 27. Januar europaweit begangen wird, erinnert an alle Menschen, die Opfer des nationalsozialistischen Rassen- und Größenwahns geworden sind. An diesem Tag wurden auch die Überlebenden des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch die Rote Armee befreit. Allein in der Mordfabrik Auschwitz starben etwa 1,5 Millionen Menschen auf grausamste Weise. Auschwitz, der deutsche Name eines kleinen Ortes in Südpolen, ist weltweit zum Synonym für den NS-Völkermord geworden.

Im Januar wird in Gelsenkirchen vom 20.-27. Januar 2012 eine "Woche der Erinnerung" zum Internationalen Holocaust-Gedenktag stattfinden. Die Gedenkwoche mahnt zur Erinnerung an den 70. Jahrestag der so genannten "Wannseekonferenz" (20.1.) und den 70. Jahrestag des größten Deportations-transportes von Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen (27.1.). Der Verein Gelsenzentrum ruft Organisationen, Schulen, Initiativen und Verbände zum Mitgestalten der "Woche der Erinnerung" auf: "Denkbar sind beispielsweise Gottesdienste, Workshops, Vorträge, Lesungen, Ausstellungen, Konzerte, Aufführungen, Zeremonien oder das Verlesen der Namen von NS-Opfern als aktiver Beitrag. Der 27. Januar soll langfristig integraler Bestandteil der Gelsenkirchener Erinnerungskultur werden" sagt Andreas Jordan von Gelsenzentrum. Der gemeinnützige Verein hat die "Woche der Erinnerung" initiiert, geplant sind u.a. Filmvorführungen und Vorträge im Kulturzentrum "die flora" sowie eine Gedenkveranstaltung mit einem Schweigegang und Redebeiträgen. Ihren Abschluss findet die "Woche der Erinnerung " mit dem Entzünden der Gelsenkirchener Lichter auf dem Neumarkt. Infos per Email: Gelsenzentrum e.V. oder Telefon:0209/9994676.

Quelle: Presse- und Medienmitteilung des Gelsenzentrum e.V. vom 30. November 2011

Die Stille 

“Das deutsche Volk ist wieder leise”, ist die erste Zeile. Nese Tüfekçiler schreibt und appelliert auf ihre Art – poetisch und weise.

Das deutsche Volk ist wieder leise
auf eine sehr altbekannte Weise
In der Not kennt keiner Zusammenhalt;
ist der Fremde tot – keine Gegengewalt

Stillschweigen heißt immer Akzeptanz
deshalb gibt es hier keine Resonanz!
Nun muss der Hinterbliebene organisieren,
sich dagegen wehren und selbst protestieren

Proteste der Minderheit verlaufen im Sand
Die wenigen Schreie werden nicht anerkannt
Gerechtigkeit für ALLE wird es nur geben,
wenn WIR statt mit Fehlern zu leben
ALLE zusammen die Fehler beheben!

Von Nese Tüfekçiler.

Die Autorin (geb. 15.09.1972) ist das zweite Kind türkischer Gastarbeiter und in Bremen groß geworden. Nach ihrer Ausbildung im kaufmännischen Bereich und dem Abitur, studierte Sie Betriebswirtschaften. Sie ist Frauenmentorin und ehrenamtlich im Vorstand der UETD Bremen. Die MiGAZIN Kolumnistin schreibt an einem Deutsch-Türkischen Lyrikband und veröffentlicht ihre Gedichte in der Zeitschrift „Im Labertal“. Mit freundlicher Genehmigung von Nese Tüfekçiler.

Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland seit 1990 

Gegen das Vergessen

22.11.2011. Die Zahl der Todesopfer rechtsextremer Gewalt in Deutschland ist weit größer, als Polizei und Justiz bisher einräumen. Während die Bundesregierung auf der Grundlage offizieller Statistiken von 47 Todesopfern im Zeitraum von 1990 bis 2009 ausgeht, zählt die in Berlin ansässige Amadeu-Antonio-Stiftung für die Zeit von 1990 bis 2011 hingegen 182 Todesopfer.

182 Menschen verschiedener Nationen oder anderer politischer Überzeugung wurden in Deutschland in den letzten zwei Jahrzehnten getötet, weil für sie im Weltbild von Rechtsextremen kein Platz ist. Manche wurden getötet, weil sie den Mut hatten, platten Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige dieser Schicksale haben die Öffentlichkeit bewegt, viele wurden nur am Rande zur Kenntnis genommen. Und die meisten dieser Menschen sind bereits wieder vergessen.


1. Mahmud Azhar, pakistanischer Doktorand, wurde am 7. Januar 1990 bei der Freien Universität Berlin rassistisch beschimpft und geschlagen. Am 6. März erlag er seinen Verletzungen.

2. Andrzej Fratczak wurde am 7. Oktober 1990 von Jugendlichen vor einem Nachtclub in Lübbenau totgeschlagen.

3. Amadeu Antonio Kiowa, 28 (A), wurde am 25. November 1990 in Eberswalde beim Angriff von 50 Rechtsextremisten mit Knüppeln ins Koma geprügelt. Er starb elf Tage später.

4. Klaus-Dieter Reichert, 24, wurde am 11. Dezember 1990 in seiner Wohnung in Berlin-Lichtenberg von Skinheads zusammengeschlagen. In Panik sprang er aus dem Fenster, fiel zehn Stockwerke tief und starb.

5. Nihad Yusufoglu, 17, wurde am 28. Dezember 1990 in Hachenburg von einem gleichaltrigen Skinhead mit einem Messerstich ins Herz getötet.

6. Obdachloser, 31, wurde am 31. Dezember 1990 in Flensburg von jugendlichen Skinheads zusammengeschlagen und -getreten. Er starb sechs Tage später an seinen Verletzungen.

7. Alexander Selchow, 21, wurde am 31. Dezember 1990 in Rosdorf von zwei 18-jährigen Skinheads, die der Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei angehörten, mit mehreren Messerstichen schwer verletzt. Er starb an den Folgen des Angriffs.

8. Jorge João Gomondai, 28 (A), wurde am 31. März 1991 in Dresden während einer Auseinandersetzung mit Skinheads aus einer fahrenden Straßenbahn gestoßen und starb.

9. Matthias Knabe, 23 , wurde bei Gifhorn von 15 Rechtsextremen am 8. Mai 1991 angegriffen. Sie trieben sie den Punk auf die Bundesstraße, wo er von einem Auto erfasst wurde. Er erlitt Hirnverletzungen, die am 4. März 1992 zu seinem Tod führten.

10. Helmut Leja, 39, wurde am 4. Juni 1991 in Gifhorn-Kästorf (Niedersachsen) von einem Skinhead erstochen.

11. Agostinho Comboio, 34 (A), wurde am 15. Juni 1991 in Friedrichshafen von Rechtsextremen erstochen.

12. Samuel Kofi Yeboah, 27 (A), starb am 19. September 1991 bei einem Brandanschlag auf das Asylbewerberheim in Saarlouis (Saarland).

13. Gerd Himmstädt, 30, wurde am 1. Dezember 1991 in Hohenselchow von sieben Jugendlichen mit Baseballschlägern zusammengeschlagen. Die Täter gehören nach eigenem Bekunden „dem Kern der rechten Szene an“. Gerd Himmstädt verstarb am 3. Dezember 1991.

14. Timo Kählke, 29 (A), wurde am 12. Dezember 1991 in Meuro (Brandenburg) von Mitgliedern einer „Wehrsportgruppe“ erschossen, als sie sein Auto für einen Überfall stehlen wollten.

15. 18-Jähriger wurde am 05. Januar 1992 in Gransee von 15 Neonazis erschlagen.

16. – 18. Eine dreiköpfige Familie aus Sri Lanka starb am 31. Januar 1992 beim Brandanschlag auf dieFlüchtlingsunterkunft in Lampertheim (Hessen).

19. Dragomir Christinel, 18 (A), wurde am 15. März 1992 bei einem Überfall von 25 Skinheads auf ein Asylbewerberheim in Saal (Mecklenburg-Vorpommern) zu Tode geprügelt.

20. Gustav Schneeclaus, 52 (A), bezeichnete Hitler als „großen Verbrecher“. Skinheads misshandelten ihn 18. März 1992 in Buxtehude (Niedersachsen) so schwer, dass später starb.

21. Ingo Finnern, 31 Jahre (A), wurde von einem Skinhead am 19. März 1992 in Flensburg ins Hafenbecken gestoßen, nachdem er sich als Sinto zu erkennen gegeben hatte. Er ertrank.

22. Erich Bosse kam am 4. April 1992 bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Hörstel (Nordrhein-Westfalen) ums Leben.

23. Nguyen Van Tu, 24 (A), wollte am 24. April 1992 zwei vietnamesischen Freunden helfen, die in Berlin-Marzahn von einer Gruppe rechter Jugendlicher verprügelt wurden. Er wurde von ihnen mit einem Messer erstochen.

24. Thorsten Lamprecht, 23 (A), wurde am 9. Mai 1992 in Magdeburg bei einem Überfall von 60 Skinheads auf eine Punk-Fete mit Baseballschlägern angegriffen. Er erlag seinen Verletzungen am 11. Mai 1992.

25. Emil Wendtland, 50, wurde am 1. Juli 1992 von drei Skinheads, die sich zum „Penner klatschen“ verabredet hatten, im Rosengarten von Neuruppin (Brandenburg) erstochen.

26. Sadri Berisha, 56 (A), Kosovo-Albaner, wurde von Skinheads in Ostfildern-Kemnat (Baden-Württemberg) erschlagen.

27. Dieter Klaus Klein, 49, hatte sich über „Sieg Heil“-Rufe beschwert. Er wurde er am 1. August 1992 im Park von Bad Breisig (Rheinland-Pfalz) von Skinheads getreten und erstochen.

28. Ireneusz Szyderski, 24 , kam am 3. August 1992 in Stotternheim (Thüringen) aus der Disko. Drei Ordner, die der Skinheadszene angehörten, verprügelten ihn so schwer, dass er an den Verletzungen starb.

29. Frank Bönisch, 35, starb am 24. August 1992, als ein 23-jähriger Skinhead auf dem Zentralplatz in Koblenz aus seiner Handfeuerwaffe auf eine Gruppe Obdachloser, Punks und Drogenabhängiger schoss.

30. Günter Heinrich Hermann Schwannecke, 58, wurde auf einer Parkbank in Berlin-Charlottenburg von einem Mitglied des Ku-Klux-Klan mit einem Baseballschläger zusammengeschlagen. Er erlag am 5. September 1992 seinen Verletzungen.

31. Waltraud Scheffler (A), versuchte, bei einem Überfall von Neonazis auf ein Lokal in Geierswalde (Sachsen) am 11. Oktober 1992 auf die mit “Sieg Heil“-Rufen Eindringenden einzureden und wurde mit einer Holzlatte auf den Kopf geschlagen. An ihren schweren Verletzungen starb sie zwölf Tage später.

32. Rolf Schulze, 52 (A) wurde am 7. November 1992 bei Lehnin (Brandenburg) von zwei Skinheads mit einer Propangasflasche verprügelt und mehrmals in den Kölpinsee untergetaucht.

33. Karl-Hans Rohn, 53 (A), wurde am 13. November 1992 in Wuppertal in einem Lokal von zwei Rechtsextremisten geschlagen, angezündet und erstickt, nachdem er sich als Jude ausgegeben hatte.

34. Alfred Salomon, 92 , ein Holocaustüberlebender wurde am 21. November 1992 in einem Altenheim in Wülfrath (Nordrhein-Westfalen) von einem Oberführer in der Organisation „Todt“ wegen seiner jüdischen Herkunft beschimpft. Er starb an einem Herzinfakt nach dem ihn der Täter mehrmals schlug.

35. Silvio Meier, 27 Jahre (A), gehörte einer Gruppe Linker an, die am 21. November 1992 in Berlin in Streit mit Neonazis gerieten. Er wurde mit Messerstichen in die Lunge getötet.

36. Bahide Arslan (A)

37. Ayse Yilmaz (A)

38. Yeliz Arslan, 10 (A) Alle drei verbrannten am 23. November 1992 in Mölln (Schleswig-Holstein) bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag auf ihr Haus.

39. Bruno Kappi, 55, wurde am 15. Dezember 1992 vor einem Kaufhaus in Siegen von Neonazis zusammengeschlagen. Sie ließen ihn sterbend liegen.

40. Hans-Jochen Lommatsch, 51, wurde am 18. Dezember 1992 in Oranienburg von Skinheads erschlagen.

41. Sahin Calisir, 20 Jahre, wurde am 27. Dezember 1992 auf der Autobahn bei Meerbusch von einem Rechtsradikalen mit dem Auto verfolgt. Aus Angst verließ er seinen Wagen, wurde von einem vorbeifahrenden Auto überfahren und starb.

42. Karl Sidon, 45 (A), geriet am 18. Januar 1993 in Arnstadt (Thüringen) mit rechten Jugendlichen in einen Streit, und wurde bewusstlos geschlagen. Danach zogen ihn die Jugendlichen auf die Straße, wo er überfahren wurde.

43. Mario Jödecke, 23, wurde bei einer Schlägerei zwischen Punks und rechten Heavy Metal Fans am 24. Januar 1993 in Schlotheim (Thüringen) von einem 17-jährigen Skinhead durch einen Messerstich ins Herz getötet.

44. Mike Zerna, 22 (A),wurde am 19. Februar 1993 in Hoyerswerda (Sachsen) beim Überfall von Skinheads auf linke Musiker zusammengeschlagen. Er starb sechs Tage später.

45. Mustafa Demiral, 56 (A), wurde am 9. März 1993 in Mülheim/Ruhr (Nordrhein-Westfalen) Deutschen rassistisch angepöbelt. Als er sich zur Wehr setzte, zielten sie mit einer Gaspistole auf seinen Kopf. Er erlitt einen Herzanfall.

46. Hans-Peter Zarse, 18, Skinhead stritt am 12. März 1993 mit einem Freund bei Uelzen (Niedersachsen). Der fühlte sich in seiner „Ehre beeinträchtigt“ und erstach den 18-Jährigen.

47. Matthias Lüders, 23, wurde bei einem Überfall von 40 Skinheads auf eine Diskothek in Obhausen (Sachsen-Anhalt) am 24. April 1993 zusammengeschlagen. Er erlag seinen Verletzungen.

48. Belaid Baylal, 42, starb am 4. November 2000 an den Folgen eines Angriffs von Skinheads am 8. Mai 1993 in einer Gaststätte in Belzig (Brandenburg).

49. Jeff Dominiak, 25 Jahre, wurde am 26. Mai 1993 bei Waldeck von einem betrunkenem 17-jährigen Neonazi mit einem gestohlenen Auto überfahren.

50. Gürsün Inçe, 27 Jahre (A)

51. Hatice Genç, 18 Jahre (A)52. Hülya Genç, 9 Jahre (A)

53. Saime Genç, 4 Jahre (A) Sie starben am 29. Mai 1993 bei einem Brandanschlag auf das von der Familie Genç bewohnte Haus in Solingen (Nordrhein-Westfalen).

55. Horst Hennersdorf, 37, wurde am 5. Juni 1993 in Fürstenwalde (Brandenburg) von zwei jungen Rechtsextremisten zu Tode gequält. Mehrere Zeugen beobachteten die Tat.

56. Obdachloser, 33 Jahre (A), wurde am 16. Juli 1993 in Marl (Nordrhein-Westfalen) als „Judensau“ beschimpft und von einem Skinhead mit Schlägen und Tritten bewusstlos geschlagen. Er starb drei Monate später.

57. Hans-Georg Jakobson, 35 Jahre, schlief am 28. Juli 1993 als er von drei rechten Skinheads in einer S-Bahn nahe Strausberg (Brandenburg) geschlagen und getreten wurde. Anschließend warfen sie ihn aus der fahrenden S-Bahn.

58. Bakary Singateh, 19, wurde am 7. Dezember 1993 im Eilzug von Hamburg nach Buchholz (Niedersachsen) von einem 54-jährigen Deutschen durch einen Messerstich tödlich verletzt.

59. Ali Bayram, 50, wurde am 18. Februar 1994 in seiner Wohnung in Darmstadt von seinem Nachbarn, einem Neonazi, erschossen.

60. Eberhart Tennstedt, 43, wurde am 5. April 1994 in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) von einer Clique im Alter von 21 bis 23 Jahren geschlagen und mit Schüssen aus einer Gaspistole in einen Fluss getrieben, wo er ertrank.

61. Klaus R., 43, geriet am 28. Mai 1994 mit einer Gruppe von sechs Skinheads, die eine Wohnung in einem Mietshaus in Leipzig (Sachsen) besetzt hatten, in einen Streit und wurde von diesen zu Tode geprügelt.

62. Beate Fischer, 32, wurde am 23. Juli 1994 von drei Skinheads vergewaltigt, erwürgt und vor Mülltonnen in Berlin-Reinickendorf gelegt.

63. Jan W., 45, wurde am 26. Juli 1994 von einer Gruppe junger Deutscher in die Berliner Spree getrieben, gewaltsam daran gehindert ans Ufer zurückzuschwimmen und ertrank.

64. Gunter Marx, 42, wurde am 6. August 1994 in Velten (Brandenburg) von einer Gruppe von Rechten vom Fahrrad getreten und mit einem Schraubenschlüssel erschlagen.

65. Piotr Kania, 18 Jahre, stritt am 6. November 1994 auf dem Bahnhof von Rotenburg/Fulda (Hessen) mit Bundeswehrrekruten. Nach Zeugenaussagen war einer der Soldaten eindeutig als Rechter erkennbar, weswegen ihn Kania als „Nazischwein“ bezeichnete. Der Rekrut rammte ihm einen Dolch ins Herz.

66. Michael Gäbler, 18, stritt am 20. November 1994 in einem Jugendklub in Zittau (Sachsen) und wurde von einem Neonazi erstochen.

67. Horst Pulter, 65, wurde im Februar 1995 auf einer Parkbank im Stadtpark von Velbert (Nordrhein-Westfalen) von sieben rechtsextremistischen Jugendlichen durch Tritte verletzt und erstochen.

68. Peter T., 24 , (A), wurde am 25. Mai 1995 bei einem Ausflug an einen Stausee bei Hohenstein/Ernstthal (Sachsen) von etwa zwanzig Skinheads zusammengeschlagen. Er starb neun Tage später.

69. Dagmar Kohlmann, 25, wurde am 16. Juli 1995 in Altena (Nordrhein-Westfalen) vom vorbestraften und per Haftbefehl gesuchten Neonazi Thomas Lemke und seiner Freundin stundenlang auf das Schwerste misshandelt und nach ihrem gewaltsamen Tod in einem Wald verscharrt.

70. Klaus-Peter Beer, 48, wurde in der Nacht zum 7. September 1995 von zwei Skinheads in Amberg (Bayern) in die Vils geworfen und ertrank.

71. Maiamba Bunga

72. Nsuzana Bunga

73. Françoise Makodila

74. Christine Makodila

75. Miya Makodila

76. Christelle Makodila

77. Legrand Makodila

78. Jean-Daniel Makodila

79. Rabia El Omari

80. Sylvio Amoussou. Alle zehn verbrannten in der Nacht zum 18. Januar 1996 beim Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in Lübeck.

81. Patricia Wright, 23 (A), wurde am 3. Februar 1996 in Bergisch Gladbach von dem Neonazi Thomas Lemke misshandelt, vergewaltigt und anschließend erstochen.

82. Sven Beuter, 23 (A), wurde am 15. Februar 1996 in Brandenburg/Havel von einem Skinhead so schwer verprügelt, dass er fünf Tage später starb.

83. Martin Kemming, 26 (A), Aussteiger aus der rechten Szene wurde am 15. März 1996 in Dorsten-Rhade (Nordrhein-Westfalen) von dem Neonazi Thomas Lemke erschossen.

84. Bernd G., 43, wurde am 8. Mai 1996 in Leipzig-Wahren nach einer Zechtour mit Rechtsextremisten von ihnen zusammengeschlagen und erstochen.

85. Boris Morawek, 26, wurde am 11. Juli 1996 auf einem Platz in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei Skinheads mit Tritten und Schlägen traktiert, weil er als „Kinderschänder keine Rechte mehr habe“.

86. Werner Weickum, 44, wurde am 19. Juli 1996 am Bahnhof von Eppingen (Baden-Württemberg) von einer rechtsgerichteten Jugendbande überfallen, ausgeraubt und zu Tode geprügelt.

87. Andreas Götz, 34, starb an den Folgen eines Überfalls durch sechs rechte Jugendliche am 1. August 1996 in Eisenhüttenstadt (Brandenburg).

88. Achmed Bachir, 30, wurde am 23. November 1996 in Leipzig mit einem Messerstich ins Herz getötet, als er zwei deutschen Kolleginnen zu Hilfe kommen wollte, die von zwei Skinheads attackiert worden waren.

89. Phan Van Toau, 42, wurde am 31. Januar 1997 am Bahnhof Fredersdorf (Brandenburg) von einem 30-Jährigen und einem 36-Jährigen auf Grund ihres Ausländerhasses mehrfach geschlagen und mit dem Kopf auf den Betonboden geworfen.

90. Frank Böttcher, 17 (A), wurde am 8. Februar 1997 in Magdeburg von einem Gleichaltrigen mit Springerstiefeln getreten. Anschließend stach dieser dem am Boden Liegenden mit einem Butterfly-Messer mehrfach in den Rücken.

91. Antonio Melis, 37, wurde am 13. Februar 1997 in Caputh (Brandenburg) von einem 18-Jährigen und einem 25-Jährigen mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt und anschließend von dem 18-Jährigen in der Havel ertränkt. Zeugen berichteten von rassistischen Äußerungen gegenüber dem Opfer.

92. Stefan Grage, (A), wurde am 23. Februar 1997 auf dem Autobahn-Parkplatz Roseburg (Schleswig-Holstein) vom flüchtigen Rechtsextremisten Kai Diesner erschossen.

93. Olaf Schmidke

94. Chris Danneil stachen vier Rechtsextreme am 17. April 1997 in Berlin-Treptow nieder. Täter sowie Opfer gehörten der rechtsextremen Szene an.

95. Horst Gens, 50, wurde am 22. April 1997 in Sassnitz (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Männern entführt, geschlagen und in einen Straßengraben geworfen. Die Täter kamen später zurück und erschlugen ihn mit einem 30 Kilogramm schweren Stein.

96. Augustin Blotzki, 59 (A) wurde am 8. Mai 1997 in Königs-Wusterhausen (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten in seiner Wohnung überfallen und zu Tode geprügelt.

97. Matthias S., 39, erstach ein Skinhead am 23. September 1997 in Cottbus, nachdem er diesen als „Nazisau“ beschimpft hatte.

98. Erich Fisk wachte nach einem Überfall am 23. September 1997 in Angermünde (Brandenburg) nicht mehr aus dem Koma auf.

99. Georg V., 46, wurde am 27. September 1997 vom selben Skinhead, der vier Tage zuvor Matthias S. erstochen hatte, in Cottbus wegen geringfügiger Geldschulden getötet.

100. Josef Anton Gera, 59, wurde am 14. Oktober 1997 wurden ihm in Bochum von zwei 26- und 34-jährigen rechten Skinheads schwere innere Verletzungen mit einem Stahlrohr zugefügt, denen er am 17. Oktober 1997 erlag. Nach Angaben der beiden Täter hatte ihnen das spätere Opfer sexuelle Avancen gemacht.

101. Jana Georgi, 14, wurde am 26. März 1998 in Saalfeld (Thüringen) auf offener Straße von einem rechtsgerichteten 15-Jährigen erstochen, den sie zuvor als „Fascho“ bezeichnet hatte.

102. Nuno Lourenco, Zimmermann (RT) (A), wurde im Juli 1998 von acht rechtsgerichteten Männern zwischen 18 und 20 Jahren in Leipzig (Sachsen) zusammengeschlagen. Er starb am 29. Dezember 1998 in Portugal an den Folgen der Verletzungen.

103. Farid Guendoul (alias Omar Ben Noui), 28, Asylbewerber (RT) (A), wurde in der Nacht zum 13. Februar 1999 in Guben (Brandenburg) von einer Gruppe junger Rechtsextremisten gejagt. Auf der Flucht trat er eine Glastür ein, wobei er sich tödliche Verletzungen zuzog.

104. Egon Efferts, 58, Frührentner, wurde am 17. März 1999 in Duisburg (Nordrhein-Westfalen) von drei bekennenden rechten Skinheads „aus purer Lust auf Menschenjagd“ totgetreten.

105. Peter Deutschmann, 44, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 9. August 1999 in Eschede (Niedersachsen) von einem 17-Jährigen und einem 18-Jährigen totgetreten, nachdem er sie mehrmals aufgefordert hatte, „“den Scheiß mit dem Skinhead-Gehabe zu lassen“.

106. Carlos Fernando, 35 (RT) Der Mosambikaner wurde am 15. August 1999 in Kolbermoor (Bayern) von einem 31-jährigen Mann totgeprügelt, der sich zuvor darüber aufgeregt hatte, dass das Auto seiner Freundin von Afrikanern zugeparkt worden war.

107. Patrick Thürmer, 17, Lehrling. In der Nacht zum 2. Oktober 1999 griffen rechte Skinheads ein Punkfestival in Hohenstein-Ernstthal (Sachsen) an. Thürmer und einem Freund gelang es zunächst, zu einem Bauernhof zu flüchten. Dort wurde er von drei Skinheads, die ihn verfolgt hatten, mit Fußtritten, einer Axt und einem Billardqueue bewusstlos geprügelt. Am Morgen darauf fanden ihn Anwohner. Er starb wenige Stunden später im Krankenhaus.

108. Kurt Schneider, 38, Sozialhilfeempfänger (HM), wird in der Nacht zum 6. Oktober 1999 von vier Skinheads in Berlin-Lichtenberg zu Tode gequält.

109. Hans-Werner Gärtner, 37, wird am 8. Oktober 1999 Löbejün (Sachsen-Anhalt) aufgrund seiner geistigen Behinderungen Opfer dreier Erwachsener im Alter von 25 bis 27 Jahren. Die Täter schlugen und misshandelten ihr Opfer so sehr, dass Gärtner seinen schweren Verletzungen erlag.

110. Daniela Peyerl, 18

111. Karl-Heinz Lietz, 54

112. Horst Zillenbiller, 60

113. Ruth Zillenbiller, 59. Alle vier wurden am 1. November 1999 vom 16-jährigen Martin Peyerl, dem Bruder Daniela Peyerls, in Bad Reichenhall (Bayern) erschossen. Der Täter, der über eine rechtsextreme und gewaltverherrlichene Einstellung verfügte, tötete sich anschließend selbst.

114. Jörg D., 39, wurde am 29. Dezember 1999 in Halle-Neustadt von drei Männern, einer davon ein bekennender Neonazi, aufgrund seiner geistigen Behinderungen ermordet. Die Täter traten ihn mit Springerstiefeln ins Gesicht, nachdem sie in seiner Geldbörse lediglich etwas Kleingeld fanden. Er starb später an den Folgen der Tat.

115. Bernd Schmidt, 52, obdachloser Glasdesigner, wurde in seiner Baracke in Weißwasser (Sachsen) von zwei 15-jährigen und einem 16-jährigen Jugendlichen über einen Zeitraum von drei Tagen zu Tode geprügelt. Sie wollten 900 DM für ein Moped erpressen, doch Bernd Schmidt konnte diese nicht zahlen. Er starb am 31. Januar 2000 an Hirnblutungen und einer Lungenentzündung, die er sich durch das Einatmen von Blut zugezogen hatte.

116. Helmut Sackers, 60, wurde am 29. April 2000 von einem Neonazi im Treppenhaus eines Plattenbaus in Halberstadt (Sachsen-Anhalt) erstochen, weil er sich über das laute Abspielen von Nazimusik, unter anderem des Horst-Wessel-Liedes, beschwert und die Polizei verständigt hatte.

117. Dieter Eich, Sozialhilfeempfänger, wurde am 25. Mai 2000 von vier rechten Jugendlichen, die „einen Asi klatschen“ wollten, in seiner Wohnung in Berlin-Pankow zusammengeschlagen und erstochen.

118. Falko Lüdtke, 22, wurde am 31. Mai 2000 in Eberswalde (Brandenburg) von einem Angehörigen der rechten Szene vor ein Taxi gestoßen und überfahren.

119. Alberto Adriano, 39 (A), wurde am 11. Juni 2000 in der Nähe des Stadtparks in Dessau (Sachsen-Anhalt) von drei rechten Jugendlichen bewusstlos geschlagen und getreten, in den Park geschleift und weiter geschlagen, bis die Polizei kam. Drei Tage später starb er an seinen Verletzungen.

120. Thomas Goretzky, 35, Polizist

121. Yvonne Hachtkemper, 34, Polizistin

122. Matthias Larisch von Woitowitz, 35, Polizist. Alle drei wurden am 14. Juni 2000 von dem Neonazi Michael Berger in Dortmund und Waltrop erschossen. Anschließend tötete der Täter sich selbst. Der im Auto sitzende Täter eröffnete während einer Kontrolle plötzlich das Feuer, tötete Goretzky und auf der Flucht Hachtkemper und von Woitowitz. In seiner Wohnung fand die Polizei später weitere Schusswaffen und Mitgliedsausweise der DVU und Republikaner.

123. Klaus-Dieter Gerecke, Obdachloser (HM), wurde in der Nacht zum 24. Juni 2000 in Greifswald von einem der rechten Szene zuzuordnenden 21-jährigen Mann und zwei Frauen zu Tode geprügelt. Eine der Begleiterinnen hatte dem Täter zugerufen: „Da ist der Assi, klatsch ihn tot“.

124. Jürgen Seifert, 52, Obdachloser (HM), wurde am 9. Juli 2000 von fünf Rechtsextremisten in einem Abrisshaus in Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) mit Schlägen und Tritten so schwer misshandelt, dass er wenig später seinen Verletzungen erlag.

125. Norbert Plath, 51, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 27. Juli 2000 in Ahlbeck (Mecklenburg-Vorpommern) von vier jungen Rechtsextremisten zu Tode geprügelt, weil sie ihn für „asoziale[n] Dreck“ hielten.

126. Enver Simsek, 38, wurde am 9. September 2000 in Schlüchtern (Hessen) nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ an seinem mobilen Blumenstand mit acht Schüssen aus zwei Pistolen angeschossen. Er erlag zwei Tage später an seinen schweren Verletzungen.

127. Malte Lerch, 45, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde in der Nacht zum 12. September 2000 in Schleswig (Schleswig-Holstein) von zwei Skinheads erschlagen, nachdem er mit ihnen auf einer Wiese gezecht hatte. Die beiden Skinheads fühlten sich beleidigt, da Malte Lerch schlecht über die Skinhead-Szene gesprochen hatte.

128. Eckhardt Rütz, 42, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 25. November 2000 in Greifswald vor der Mensa der Universität von drei rechten Skinheads getreten und mit Baumstützpfählen zusammengeschlagen, weil „so einer wie Rütz dem deutschen Steuerzahler auf der Tasche liegt“. Eckhardt Rütz starb an seinen schweren Kopfverletzungen.

129. Willi Worg, 38, wurde am 25. März 2001 in Milzau (Sachsen-Anhalt) von fünf Männern, von denen mindestens drei zur rechten Szene gehörten, vor einer Diskothek zusammengeschlagen und getreten. Drei Tage später erlag er seinen Verletzungen.

130. Fred Blanke, 51, Frührentner, wurde am 26. März 2001 in seiner Wohnung in Grimmen (Mecklenburg-Vorpommern) von zwei jungen Männern der rechten Szene getreten und mit Stuhlbeinen und Faustschlägen geschlagen. Die beiden waren auf Zechtour und benötigten Geld, doch Fred Blanke hatte sich geweigert, den ihm flüchtig bekannten Angreifern Geld zu geben. Er starb an Gehirnblutungen.

131. Mohammed Belhadj, 31, Asylbewerber, wurde am 22. April 2001 nahe Jarmen (Mecklenburg-Vorpommern) von vier Männern mit rassistischer Gesinnung umgebracht. Zuvor hatten sie Belhadj auf Haschisch angesprochen und in ihr Auto steigen lassen. Kurz darauf kam es zu einem Streit, weil er ihnen keine Drogen besorgen konnte. Im Auto und an einem nahegelegenen Kiessee wurde er geschlagen und getreten, ehe er gezwungen wurde, ins Wasser zu gehen. Im Wasser kniend wurde ihm schließlich ein schwerer Stein an den Kopf geworfen, woraufhin er ins Wasser fiel und ertrank.

132. Abdurrahim Özüdogru, 49, wurde am 13. Juni 2001 in Nürnberg-Langwasser (Bayern) nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit zwei Kopfschüssen aus einer Pistole in seiner Änderungsschneiderei ermordet.

133. Süleyman Tasköprü, 31, wurde am 27. Juni 2001 in Hamburg-Bahrenfeld nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit drei Kopfschüssen aus zwei Pistolen im Obst- und Gemüseladen seines Vaters erschossen. Einen Tag später wurde er von seinem Vater tot aufgefunden.

134. Klaus-Dieter Harms, 61 (HM), wurde am 9. August 2001 von zwei Männern in seiner Wohnung in Wittenberge (Brandenburg) zu Tode geprügelt. Das Gericht stellte fest, dass die beiden Täter den gehbehinderten Alkoholiker als verachtungswürdigen Menschen betrachtet und aus „Mordlust“ gehandelt hätten.

135. Dieter Manzke, 61, Obdachloser (RT und HM) (A), wurde am 9. August 2001 von fünf jungen Männern in einem leer stehenden Gartenbungalow in Dahlewitz (Brandenburg) erschlagen, da sich die Täter „gestört fühlten“ und angesichts seiner Lebensweise „Ordnung schaffen wollten“.

136. Dorit Botts, 54, Ladeninhaberin, wurde am 17. August 2001 in Fulda (Hessen) in ihrem Military Shop Opfer eines 19-jährigen Neonazis. Der Täter stach dreizehn mal mit einem Messer auf sein Opfer und raubte Kleidung und Bargeld. Sie verblutete durch einen tödlichen Schnitt in den Hals. Bei der Tat des Täters handelte es sich um ein Aufnahmeritual in die „Deutsche Heidenfront“, eine Thüringer Neonaziorganisation.

137. Habil Kiliç, 38, wurde am 29. August 2001 in München-Ramersdorf nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit zwei Kopfschüssen in seinem Obst- und Gemüseladen erschossen.

138. Arthur Lampel, 18, aus Russland stammender Aussiedler, wurde am 9. September 2001 bei einem Fest in Bräunlingen (Baden-Württemberg) von einem Skinhead ein Weizenbierglas auf den Kopf geschlagen. Ein Splitter drang in die Halsschlagader ein, woran Arthur Lampel schließlich verblutete.

139. Ingo B., 36, wurde am 6. November 2001 wurde in einer Berliner Wohnung von drei angetrunkenen Rechtsextremisten getreten, geschlagen und gewürgt, da sie angeblich 40 DM Schulden eintreiben wollten. Der herzkranke Mann starb daraufhin an einem Herzinfarkt.

140. Kajrat Batesov, 24, wurde am 4. Mai 2002 wurde zusammen mit einem Freund in Wittstock (Brandenburg) von mehreren jungen Männern mit Schlägen und Tritten traktiert. Kajrat Batesov wurde anschließend ein 18 Kilogramm schwerer Feldstein auf die Brust geworfen. Am 23. Mai 2002 erlag er schließlich seinen schweren Verletzungen. Während des Gerichtsprozesses stellte die Kammer eine „diffuse Fremdenfeindlichkeit“ bei den Tätern fest.

141. Der geistig und körperlich behinderte Klaus Dieter Lehmann, 19 (HM), lud am 15. Mai 2002 zwei betrunkene rechte Skinheads in sein Zimmer in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern) ein. Dort rissen sie Poster afroamerikanischer HipHop-Sänger von den Wänden. Danach gingen sie gemeinsam zu einem See, und da er „genervt“ habe, schlugen ihn die beiden Täter zu Boden, ehe einer der Skinheads ihm mit Tritten den Kopf zertrümmerte. Klaus Lehmann starb an Hirnquetschungen.

142. Ronald Masch, 29, Dachdecker, wurde am 1. Juni 2002 in der Nähe von Neu Mahlisch (Brandenburg) von vier Rechtsextremisten überfallen, die den Betrunkenen ausrauben wollten. Sie schlugen ihn zusammen, einer der Täter stach etwa vierzigmal in Niere, Brustkorb und Hals. Der Fahrer eines Mähdreschers fand die Leiche elf Tage später.

143. Marinus Schöberl, 17 (RT) (A), wurde wurde am 12. Juli 2002 von drei Rechtsextremisten in einer Wohnung in Potzlow (Brandenburg) auf das Schwerste erniedrigt und misshandelt. Anschließend wurde er zu einem Schweinestall gebracht und weitermalträtiert. Nach stundenlanger Quälerei wurde er schließlich am Morgen des 13. Juli mit einem „Bordsteinkick“ ermordet. Seine Leiche wurde im November 2002 in einer Jauchegrube gefunden. Die beiden 17-jährigen und der 23-jährige Täter hatten Schöberl für „minderwertig“ gehalten, weil er Sprachschwierigkeiten hatte und mit seinem HipHop-Outfit nicht ihrem Geschmack entsprach.

144. Ahmet Sarlak, 19, Lehrling , wurde am 9. August 2002 auf einem Volksfest in Sulzbach (Saarland) von einem Rechtsextremisten mit fünf Messerstichen in Bauch und Brust verletzt, nachdem er ihn versehentlich mit einer weggeschnippten Zigarettenkippe getroffen hatte. Sarlak starb einen Tag später an seinen schweren Verletzungen.

145. Hartmut Balzke, 48, hatte am 25. Januar 2003 seinen Sohn zu einer Punk-Party in Erfurt (Thüringen) begleitet. Als er mit einer Gruppe Punks auf der Straße stand, wurden sie überraschend von einer Gruppe Rechtsextremer angegriffen. Zeugen fanden einen Punk und Hartmut Balzke mit schweren Kopfverletzungen auf der Straße liegend. Er erlag am 27. Januar 2003 seinen Verletzungen.

146. Andreas Oertel, 40, wurde Opfer einer Gruppe zweier Erwachsener (26 und 29) und zweier Jugendlicher im Alter von 15 bis 17 Jahren, die ihr Opfer aufgrund seiner geistigen Behinderung und homosexuellen Orientierung ermordeten. Oertel starb an den Folgen schwerer Schläge und Tritte gegen seinen Kopf am 21. März 2003 in seiner Wohnung in Naumburg (Sachsen-Anhalt).

147. Enrico Schreiber, 25. Der Punk wurde in der Nacht zum 29. März 2003 in einer Wohnung in einer Plattenbausiedlung in Frankfurt/Oder (Brandenburg) von drei rechtsgesinnten Männern so schwer misshandelt, dass er im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag.

148. Günter T., 35, war am 20. April 2003 in Riesa (Sachsen) in einem Jugendhaus über mehrere Stunden Misshandlungen ausgesetzt. Er starb später an schweren Kopfverletzungen. Die vier Täter (29 bis 36 Jahre alt) verurteilte das Gericht wegen Totschlags und kritisierte zugleich das ganze Dorf Stauchitz, das dem Tod von Günter T. kaum Beachtung schenkte.

149. Gerhard Fischhöder, 49, wurde am 10. Juli 2003 in einer Obdachlosenunterkunft in Scharnebeck bei Lüneburg (Niedersachsen) von einem 38 Jahre alten Mann mit Tritten zu Tode getreten. Bereits vorher pöbelten Neonazis vor dem Obdachlosenheim und wendeten Gewalt gegen die Obdachlosen an.

150. Hartmut Nickel, 61

151. Mechthild Bucksteeg, 53

152. Alja Nickel, 26. Am 7. Oktober 2003 fuhr der 45-jährige Neonazi Thomas Adolf zusammen mit seiner 19-jährigen Freundin Jennifer D. zum Haus des Rechtsanwalts Hartmut Nickel in Overath (Nordrhein-Westfalen). Dort erschoss er zuerst Nickels Ehefrau Mechthild, dann fesselte D. den Rechtsanwalt und seine Tochter Alja, ehe Adolf sie durch Kopfschüsse aus nächster Nähe tötete. Im Gerichtsverfahren beschrieb der Täter sich selbst als „engagiertes Mitglied der Nazi-Szene“. Weiterhin äußerte er rechtsextreme Hasstiraden gegen „das deutsche Rechtswesen“ und meinte: „Alle Juristen müssen vernichtet werden.“ Die Morde nannte er eine „von mir selbst durchgeführte Maßnahme zur Gesundung des deutschen Volkes“, die „mehr als notwendig“ gewesen sei.

153. Petros C., 22

154. Stefanos C., 23. Beide starben am 6.12.2003 nach einem Brandanschlag eines 22 Jahre alten Mannes aus Kandel (Rheinland-Pfalz) auf ein Haus, indem mehrheitlich Migrantinnen und Migranten wohnten. Der Täter betrank sich vor der Tat mit befreundeten Neonazis des „Nationalen Widerstands Kandel“.

155. Viktor Filimonov, 15

156. Aleksander S., 17

157. Waldemar I., 16. Die drei jungen Aussiedler wurden in der Nacht zum 20. Dezember 2003 in Heidenheim (Baden-Württemberg) von einem 17-jährigen, der Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen erstochen. Der Täter wollte in eine Diskothek, hatte dort jedoch wegen einer vorherigen Prügelei bereits Hausverbot. Vor dem Lokal kam es zu einer Auseinandersetzung mit den Opfern, in deren Verlauf die drei Jugendlichen tödlich verletzt wurden.

158. Oleg V., 27, wurde in der Nacht zum 21. Januar 2004 in Gera/Bieblach-Ost (Thüringen) von drei der Skinheadszene zuzurechnenden Jugendlichen mit Schlägen, Tritten und Messerstichen traktiert, so dass er schließlich an seinen schweren Verletzungen starb.

159. Martin Görges, 46, Obdachloser, wurde am 30. Januar 2004 Opfer zweier junger Neonazis in Burg (Sachsen-Anhalt). Die beiden Täter im Alter von 16 und 22 Jahren schlugen ihr Opfer vor einer Diskothek zusammen, nachdem sie ihn daran hinderten mit ihrer Mutter zu tanzen und erfuhren, dass er wegen Kindesmissbrauch eine Haftstrafe abgesessen habe. Anschließend töteten die beiden Neonazis Görges durch Fußtritte auf seinen Hinterkopf auf einer Bordsteinkante. Diesen „Bordsteinkick“ entnahmen sie aus einer Szene des amerikanischen Films „American History X“.

160. Mehmet Turgut, 25, wurde am 25. Februar 2004 in Rostock nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit einem Kopfschuss in einem Imbissstand erschossen.

161. Oury Jalloh, 21, starb am 7. Januar 2005 in einer Zelle des Polizeireviers Dessau (Sachsen-Anhalt). Der Asylbewerber aus Sierra Leone kam unter bis heute nicht genau aufgeklärten Umständen während eines Brandes ums Leben. Zum Zeitpunkt seines Todes war der Bürgerkriegsflüchtling mit ausgestreckten Armen und Beinen auf einer Matratze liegend angebunden. Nachdem die Matratze aus schwer entflammbarem Material aus ungeklärter Ursache in Flammen aufgegegangen war, verstarb der Gefangene an einem Hitzeschock. Während die Polizei von einem Freitod sprach, kamen im Laufe der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen zahlreiche Widersprüche zutage, die zumindest unterlassene Hilfeleistung der diensthabenden Polizisten wahrscheinlich machen. Der Prozess wird wieder neu aufgenommen.

162. Thomas "Schmuddel" Schulz, 32, wurde am 28. März 2005 in Dortmund von einem 17-jährigen Neonazi erstochen. Zuvor hatte es eine verbale Auseinandersetzung zwischen dem Punk , dem Neonazi und seiner 16-jährige Freundin gegeben. Nach einer verbalen Auseinandersetzung zog der Neonazi ein Messer und stach auf das Opfer ein. Thomas Schulz verstarb noch am selben Abend im Krankenhaus.

163. Ein 44-jährige Mann wurde am 1. Juli 2005 in Essen von zwei 15 und 17 Jahre alten Neonazis zu Tode geprügelt. Die beiden Brüder waren bereits zuvor wegen diverser Gewalt- und Vermögensdelikte auffällig geworden.

164. Ismail Yasar, 50, wurde am 9. Juni 2005 nach aktuellem Kenntnisstand in Nürnberg von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit fünf gezielten Schüssen in seinem Dönerstand ermordet.

165. Theodorus Boulgarides, 41, wurde am 15. Juni 2005 in München-Westend nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ in seinem Schlüsselladen mit einem gezielten Kopfschuss ermordet.

166. Tim Maier, 20, wurde am 26. November 2005 in Bad Buchau (Baden-Württemberg) Opfer eines Neonazis. Der Täter, ein ehemaliges NPD-Mitglied, stach mit einem Messer während eines Handgemenges auf sein Opfer ein, nachdem er zuvor mit einem weiteren Neonazi das Opfer und seine Begleiter rassistisch beschimpft hatte. In der Wohnung des 24-jährigen Täters fand die Polizei neben einer Pistole Hakenkreuzfahnen und Landser-Hefte.

167. Andreas Pietrzak, 41, Obdachloser, wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Mai 2006 Opfer eines 19-jährigen Neonazis in Plattling (Bayern). Zunächst trank der Täter mit seinem Opfer, schlug aber dann mit einem Holzpflock und mit Tritten auf ihn ein, bis dieser bewusstlos wurde. Daraufhin raubte er Pietrzak aus und zündete ihn mit Spiritus an. Gemeinsam mit einem weiteren Bekannten hatte der Täter Pietrzak schon einmal misshandelt.

168. Mehmet Kubasik, 39 , wurde am 4. April 2006 wurde in Dortmund nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit mehreren Schüssen in seinem Kiosk niedergeschossen und starb an seinen schweren Verletzungen.

169. Halit Yozgat, 21, wurde am 6. April 2006 in Kassel nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ in seinem Internetcafé durch zwei gezielte Kopfschüsse ermordet.

170. Andreas F., 30, wurde nach einem Streit am Morgen des 1. Januar 2007 in Wismar von örtlichen Kameraden ermordet. Der 30-jährige Familienvater gehörte selbst der rechtsextremen Szene an.

171. Michèle Kiesewetter, 22, Polizistin, wurde am 25. April 2007 wurde die Polizistin Michèle Kiesewetter in Heilbronn nach aktuellem Kenntnisstand von der terroristischen Neonazivereinigung „Nationalsozialistischer Untergrund“ mit einem Kopfschuss in ihrem Streifenwagen ermordet. Ihr zwei Jahre älterer Kollege wurde ebenfalls schwer verletzt.

172. M. S., 17, wurde in der Nacht zum 14. Juli 2007 von einem 23-jährigen mit einer Eisenstange in Brinjahe (Schleswig-Holstein) erschlagen. Das Opfer, das zuvor Kontakte zur rechten Szene hatte, wurde auf einer Feier von seinem Mörder, einem ehemaligen NPD-Mitglied und Bundeswehrsoldaten, bereits mehrfach geschlagen. Daraufhin erstattete M.S. bei zwei Polizisten Anzeige gegen Unbekannt. Auf dem Heimweg traf er erneut auf den Täter, der ein Merkblatt der Polizei zum Thema Opferschutz bei ihm fand, ihn als „Spitzel“ beschimpfte und mit einer Eisenstange auf ihn einschlug.

173. Peter Siebert, 40, wurde am 26. April 2008 von einem 21-jährigen Neonazi in Memmingen (Bayern) mit einem Bajonett erstochen. Bereits zuvor hatte sich Siebert mehrmals über die rechtsextreme Musik seines Mörders beschwert. In der Tatnacht waren beide alkoholisiert und hatten erneut Streit über die zu laute Musik und die rechte Gesinnung des Mörders.

174. Bernd Köhler, 55 (A), wurde in der Nacht zum 22. Juli 2008 in Templin (Brandenburg) von zwei Rechtsextremen zunächst massiv misshandelt, gewürgt und schließlich getötet. In der Gerichtsverhandlung hielt der Richter fest, dass das neonazistische Menschenbild des Täters bei der Auswahl des als „asozial“ angesehenen Opfers entscheidend war.

175. Karl-Heinz Teichmann, 59, Obdachloser, wurde am 23. Juli 2008 von einem 18-jährigen Neonazi in Leipzig mit massiven Schlägen und Tritten misshandelt. Er erlag zwei Wochen später seinen schweren körperlichen Verletzungen. Der betrunkene Täter hatte eine Mahnwache unter dem Motto „Todesstrafe für Kinderschänder“ besucht und war auf dem Weg nach Hause, als er auf sein wehrloses Opfer stieß.

176. Hans-Joachim Sbrzesny, 50, wurde am 1. August 2008 vor dem Hauptbahnhof in Dessau (Sachsen-Anhalt), wo er auf einer Parkbank übernachtete, von zwei der rechtsextremen Szene nahestehenden Männern getreten und geschlagen. Außerdem prügelte einer der beiden mit einem fünf Kilogramm schweren Metall-Mülleimer so lange mit voller Wucht auf Kopf und Oberkörper des Opfers ein, bis die Täter von dessen Tod überzeugt waren. Vor Gericht zeigten beide eine „tiefe innere Miss- und Verachtung“ für ihr Opfer und ein „Gefühl der Überlegenheit“ über den Mann, der in ihren Augen ein „Penner“ und „Asozialer“ war, so der Oberstaatsanwalt.

177. Rick Langenstein, 20 (A). Der Kunststudent verweigerte am Abend des 13. August 2008 in der Nähe der Diskothek „Funpark“ in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) dem gleichaltrigen, wegen Körperverletzung und Volksverhetzung vorbestraften Neonazi Bastian O. eine Zigarette. Dieser schlug und trat daraufhin sein Opfer zusammen. Die mörderische Reaktion des Täters auf eine Nichtigkeit lässt sein menschenverachtendes Weltbild erkennen. Rick L. erstickte an einer nahegelegenen Bushaltestelle an seinem eigenen Blut.

178. Marcel W., 18 , wurde am 24. August 2008 in Bernburg (Sachsen-Anhalt) über mehrere Stunden von David B. misshandelt und in Brust und Bauch gestochen, ehe er an seinen Verletzungen starb. David B. hatte Marcel W. erstmals im November 2007 zusammengeschlagen und wollte eine Zeugenaussage W.s im Prozess zur Tat verhindern. Der Täter war als rechtsextremer Gewalttäter polizeilich in Erscheinung getreten. Während des Gerichtsprozesses betonten Zeugen darüber hinaus die feste Verankerung des Täters in der Neonaziszene.

179. Marwa El-Sherbiny, 31 (A), wurde bei einer Strafverhandlung am 1. Juli 2009 im Landgericht Dresden (Sachsen), zu der sie als Zeugin geladen war, vom Angeklagten Alex W. aus antimuslimischem Rassismus heraus erstochen.

180. Sven M., 27, wurde in einem Neonazi-Hinterhofclub in Hemer (Nordrhein-Westfalen) am 14.Mai 2010 vom Betreiber des Neonazi-Clubs mit einem Jagdmesser die Kehle bis zur Wirbelsäule durchschnitten. Vier weitere Tatbeteiligte halfen dem Täter anschließend, die Leiche in einem Waldstück zu verscharren.

181. Kamal Kilade, 19, starb nach einem Angriff zweier Nazis am 24. Oktober 2010 an den Folgen eines Messerstiches in den Bauch am Leipziger Hauptbahnhof. Die beiden Täter waren zuvor mehrfach wegen Gewaltdelikten vorbestraft.

182. André K., 50, Obdachloser, wurde am 27.Mai 2011 in Oschatz (Sachsen) von drei Männern im Alter von 25 bis 36 mit Schlägen und Tritten schwer misshandelt. Er starb sechs Tage später in einem Krankenhaus in Leipzig.

Weitere Fälle befinden sich in der Überprüfung.

(RT): Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der Abgeordneten Petra Pau, Wolfgang Neskovic, Sevim Dagdelen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE zum Thema Rechtsextreme Tötungsdelikte seit 1990 (Drucksache 16/14122).
(HM): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Lazar, Volker Beck, Jerzy Montag, Irmingard Schewe-Gerigk, Silke Stokar von Neuforn, Hans-Christian Ströbele, Wolfgang Wieland, Josef Philip Winkler und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN zur polizeilichen Erfassung hassmotivierter Delikte (Drucksache 16/12529).
(A): Offiziell von der Bundesregierung in der Antwort (27.09.2011) auf die Große Anfrage anerkanntes Todesopfer (Drucksache 17/7161).

Vgl.: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer-rechtsextremer-und-rassistischer-gewalt-seit-1990 (Abruf November 2011)

Nur wenige Teilnehmer bei Gedenkveranstaltung 

30.10.2011. Gelsenkirchen. Nur einige wenige Menschen nutzten die Chance, am Freitag Abend jüdischen Opfern des NS-Terrors ein ehrendes Andenken zu erweisen.

Die örtliche Stolperstein-Initiative erinnerte zum Abschluss der diesjährigen Stolperstein-Putzaktion in der Gelsenkirchener Kolpingstrasse an die so genannte "Polenaktion" , einer großangelegten Ausweisungsaktion von Menschen aus dem deutschen Reichsgebiet, von der am 28. Oktober 1938 rund 17.000 Juden jeden Alters betroffen waren. Daruter befanden sich auch rund 80 Menschen jüdischer Herkunft aus Gelsenkirchen. Diese Ausweisungsaktion der Nazis war der Auftakt zur Vernichtung der europäischen Juden.

Der heute in den USA lebende Herman Neudorf ist der einzige Gelsenkirchener Jude, der von der Ausweisungsaktion noch aus eigenem Erleben berichten kann. Seine Gedanken zum 28. Oktober wurden gestern an der Kolpingstrasse von Heike Jordan, die als Projektleiterin die Stolperstein-Initiative in Gelsenkirchen ehrenamtlich betreut, verlesen.

Herman Neudorf: Meine Gedanken zum 28. Oktober 1938

Das Bündnis Langendreer gegen Nazis ruft zur Demonstration auf 

Bündnis Langendreer gegen Nazis

21.10.2011. In Bochum Langendreer sind seit Anfang diesen Jahres Aktivitäten durch Nazis registriert worden. Neben Hakenkreuzschmierereien und Aufklebern mit rassistischen Parolen versuchen die Nazis nun vermehrt, BürgerInnen ein zu schüchtern. An den Wochenenden „marschieren“ sie laut durch die Straßen, fordern „Nationalen Sozialismus Jetzt“ und zünden Feuerwerkskörper. Den bisherigen traurigen Höhepunkt stellt ein Angriff Ende September am S-Bahnhof Langendreer dar: Eine Nazi-Gruppe griff drei Personen an, brach dabei einem das Nasenbein und prügelte die anderen beiden nur 2 Minuten vor Einfahrt der S-Bahn auf die Gleise.

Im benachbarten Dortmund führte das leugnen und verharmlosen des Naziproblems durch die Polizei und Stadtverwaltung dazu, dass über Jahre eine besonders aggressive Nazi-Szene herangewachsen ist. In Langendreer wiederholen Bezirksbürgermeister Norbert Busche (SPD) und die lokale Polizei die Fehler, die in Dortmund gemacht wurden. Die Angriffe der Nazis auf Unbeteiligte werden zu Schlägereien unter Jugendlichen oder zu einem Bandenkrieg zwischen Linken und Rechten verklärt. Menschen, die sich gegen Nazis engagieren, werden selbst als Extremisten bezeichnet und in einen Topf mit den Nazitätern geworfen. Bürgermeister und Polizei fallen damit den eigenen engagierten BürgerInnen in den Rücken.

Langendreer sind empört darüber, wie Faschisten ihr Unwesen treiben und werden nicht zulassen, dass sie Leute terrorisieren. Aus diesem Grund hat sich das Bündnis „Langendreer gegen Nazis“ gegründet. Wir rufen alle DemokratInnen und AntifaschistInnen dazu auf, sich an der Demonstration „Langendreer gegen Nazis“ am 29.10 um 12 Uhr zu beteiligen und den Nazis zu zeigen, dass Langendreer ihre Übergriffe und ihre Propaganda nicht dulden wird.


Demonstration am Samstag, den 29.10.2011, 12:00 Uhr ∗ Treffpunkt: Bochum Langendreer-West S-Bahnhof (Westausgang)

Nazis schmieren Hakenkreuze in Gelsenkirchen-Hassel 

Nazis beschmieren Fritz-Erler-Haus in Gelsenkirchen-Hassel

Foto: Nazis beschmieren Fritz-Erler-Haus in Gelsenkirchen-Hassel

18.10.2011. Das Falkenheim "Fritz-Erler-Haus" in Gelsenkirchen-Hassel wurde in der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 2011 massiv mit Hakenkreuzen und Nazi-Parolen beschmiert. Ebenso wurden Autos, die in unmittelbarer Nähe parkten, durch Farbschmierereien beschädigt. Der Schaden am Gebäude wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt.

Weitere Infos hier: Angriffe auf Einrichtungen der Falken

WAZ Gelsenkirchen schreibt, Zitat: (...) Es ist bereits der dritte Angriff auf ein Falkenhaus in den vergangenen Wochen. Auch in Dortmund und Herne wurden von Nazis Falkenhäuser beschmiert, unter anderem mit der Parole "Falken Töten". In Berlin ist Anfang des Jahres sogar ein Falkenhaus von Nazis angezündet und schwer beschädigt worden. (...) mehr: Neo-Nazi-Angriffe auf Falkenhäuser mehren sich

Essen: Aufruf zum 9. November 

Nazi-Fackelmarsch durch Borbeck 2010 (Foto: Antifa Essen)

Nazi-Fackelmarsch durch Borbeck am 9. November 2010 (Foto: Antifa Essen)

11.10.2011. Aufruf: "Zweimal in Folge haben NPD Essen und ihre Anhänger, die Freien Nationalisten, ausgerechnet am 9. November eine Kundgebung auf dem Germaniaplatz in Borbeck abgehalten. Mit den symbolisch mitgeführten Fackeln haben sie die Brandnacht des 9. November 1938 auf ihre Art "zelebriert", eine Verunglimpfung und Verhöhnung der jüdischen Opfer des Faschismus, eine Missachtung des Gedenkens an die Pogromnacht.

Wir verwahren uns dagegen, dass die Nazis diesen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust missbrauchen, um in Borbeck oder in anderen Essener Stadtteilen rassistische, volksverhetzende, antisemitische und nationalistische Reden zu halten. Wir fordern die Polizeipräsidentin auf, jegliches Auftreten dieser braunen Horde in Essen zu verbieten. Verhindern Sie mit uns, dass Nazis in Borbeck oder anderswo in Essen ganz besonders an diesem Datum aber auch an anderen Tagen aufmarschieren. Unterstützen Sie diesen Aufruf und kommen Sie zur Demonstration und Gedenkkundgebung an die Pogromnacht am 09. November 2011 nach Borbeck. Die Auftaktkundgebung beginnt um 18.00 Uhr am Germaniaplatz".

Hier kann man den Aufruf unterstützen: Essen stellt sich Quer - Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus Es werden folgende Daten benötigt: Name (wird veröffentlicht), ggf. Funktion/Tätigkeit für eine Organisation (wird veröffentlicht) Telefon/Email/Brief - Kontakt (wird nicht veröffentlicht)

Das Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen unterstützt das Essener Bündnis gegen Rassismus und Rechtsradikalismus - Wir rufen zur Teilname und Unterzeichnung des Aufrufs auf.

Brutaler Angriff von Neo-Nazis in Langendreer  

Bochum-Langendreer: Naziübergriff am letzten Wochenende

Ein Stadtteil wehrt sich: Langendreer gegen Nazis

29.9.2011. Eine Gruppe von 10 Nazis hat in der Nacht zum Montag auf dem S-Bahnhof in Bochum-Langendreer eine Gruppe von 5 jungen Punkern angegriffen. Nur wenige Minuten vor Einfahrt der S-Bahn griffen die Nazis die Gruppe unvermittelt schlagend und tretend an und stießen zwei Personen gezielt auf die Gleise. Eine weitere Person wurde bewusstlos geschlagen, dem am Boden liegenden traten die Nazis mehrfach vor den Kopf. Anschließend flüchteten die Nazis Richtung Werne. Zwei der Opfer konnten nach ambulanter Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen werden, der dritte Verletzte wurde stationär aufgenommen. Der Bochumer Staatsschutz ermittelt.

Auf den Weg zur Arbeit angegriffen

Ein anderer Vorfall ereignete sich bereits am 15. September. Auf dem Weg zur Arbeit wurde ein Auszubildener (23) von zwei Nazis in Bochum angegriffen. Mit den Worten "Nächster Halt Buchenwald" und weiteren wüsten Beschimpfungen und Drohungen wurde er in der Straßenbahnlinie 302 zunächst verbal angegriffen und dann vor den Kopf geschlagen. Wie so oft in ähnlichen Fällen zeigten die anderen Fahrgäste in der Bahn keine Zivilcourage und griffen nicht ein.

Siehe auch: Bochum-Langendreer: Naziübergriff am letzten Wochenende

WAZ Bochum schreibt am 10.10.2011: Linke Aktionen gegen Neonazi

Lesung in Gelsenkirchen: Wie Neonazis den Fußball missbrauchen  

Ronny Blaschke: Wie Neonazis den Fußball missbrauchen

Cover: Ronny Blaschke - Wie Neonazis den Fußball missbrauchen

27.9.2011. Auf Einladung der Schalker Fan-Initiative und des Schalker Fanprojektes liest Ronny Blaschke am Dienstag, den 13. Oktober, aus seinem Buch "Angriff von Rechtsaußen. Wie Neonazis den Fußball missbrauchen". Die Veranstaltung findet ab 20 Uhr in der Gaststätte "Kenkenberg" an der Gildenstrasse 11 in Gelsenkirchen statt (Eintritt 2 Euro.)

Der Verlag DIE WERKSTATT schreibt: Seit vielen Jahren bemüht sich die rechtsradikale Szene, bei den Fußballfans Einfluss zu gewinnen – zuweilen mit Erfolg. Der Journalist Ronny Blaschke hat Beispiele recherchiert: NPD-Mitglieder rekrutieren Nachwuchs in der Anhängerschaft des 1. FC Lok Leipzig; in Sachsen-Anhalt arbeitet ein Rechts­radikaler als Jugendtrainer; in Dortmund gibt es Überschneidungen zwischen Autonomen Nationalisten und Fanszene. Dass bei Teilen der Fans rechtsextreme Einstellungen verwurzelt sind, zeigt sich, wenn rassistische, antisemitische oder schwulenfeindliche Parolen angestimmt werden.

Blaschke sprach mit Neonazis ebenso wie mit Sozialarbeitern, Forschern und Vertretern aus Politik und Verfassungsschutz. Sein Buch gewährt alarmierende Einblicke in ein Problemfeld, über das wenig bekannt ist. Zugleich wertet es Erfahrungen und Vorschläge aus, wie dem Einfluss Rechtsradikaler in den Vereinen und Stadien begegnet werden kann. Und es plädiert für eine politische Diskussionskultur in einer Branche, die sich ihrer sozialen Verantwortung zu selten bewusst ist.

Verlag DIE WERKSTATT: Blick ins Buch

Solidarität ist eine Waffe: Proteste gegen "Pro NRW" in Herten  

Herten hat keinen Platzt für Rassismus

Protest: Herten hat keinen Platz für Rassismus

15.9.2011. Die Rechtsextreme "Pro NRW" will am Samstag, den 17. September 2011 in Herten-Langenbochum eine Demonstration und Kundgebung durchführen. Das "Bündnis für Demokratie" in Herten ruft unter dem Motto "Herten hat keinen Platz für Rassismus" zur Protestkundgebung auf.

Diese findet am 17. September 2011 um 10:00 Uhr an der Kranzplatte in Herten-Langenbochum statt. Es wird einen Protestmarsch, Kulturbeiträge und ein offenes Mikrophon geben. Am Freitag, den 30. September 2011 findet ein "Tag für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte" in Herten statt, durchgeführt vom "Bündnis für Demokratie" Herten.

Das "Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen" unterstützt die Aktionen des "Bündnis für Demokratie" gegen die "Pro NRW" und ruft zur Teinahme am Protest gegen die "Pro NRW" in Herten auf.

Veranstaltungsflyer "Herten hat keinen Platz für Rassismus": Flyer 1   Flyer 2.

Antikriegstag 2011: "Frieden ist mehr als nur die Abwesenheit von Krieg" 

Die VVN/BdA Gelsenkirchen erinnern an den Schwur von Buchenwald, der nicht an Aktualität verloren hat

Foto: Die VVN/BdA Gelsenkirchen erinnern an den Schwur von Buchenwald, der auch in useren Tagen nicht an Aktualität verloren hat

2. 9.2011."... seit 5:45 wird jetzt zurückgeschossen..." - mit dieser Lüge gab Hitler am 1. September 1939 im Rundfunk "den Beginn des so genannten Septemberfeldzuges" bekannt. Tatsächlich aber entfachte Nazideutschland mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, der mehr als 55 Millionen Tote zur Folge hatte. Aus diesem Anlass fanden auch in diesem Jahr am 1. September bundesweit Gedenkfeiern und Aktionen statt. In Gelsenkirchen waren weit mehr als 200 friedensbewegte Menschen am Internationalen Antikriegstag dem Aufruf eines breiten Personenbündnis aus dem linken Spektrum (DIE LINKE, MLPD und AUF, Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen, DKP, VVN, Antifa und anderen) gefolgt und nahmen an den Veranstaltungen auf dem Preuteplatz teil. Mit Rede- und Kulturbeiträgen machte das Bündnis auf sein Anliegen aufmerksam: Abzug aller deutscher Soldaten aus dem Ausland, Senkung der Rüstungsausgaben und die Forderung nach einem Verbot aller neofaschistischen Organisationen und deren Propaganda.

Erinnerung an mehr als 100 Kriege seit 1945

Foto: Die seit 1945 weltweit geführten mehr als 100 Kriege und bewaffnete Auseinandersetzungen wurden von TeilnehmerInnen der LINKEN mit Holzkreuzen in mit Sand gefüllten Bechern symbolisch dargestellt.

Gemeinsam gingen die TeilnehmerInnen anschließend in einem Demonstrationszug zum Mahnmal im Stadtgarten. Dort fand eine Gedenkveranstaltung für die Opfer von Krieg und Faschismus statt. Dr. Rolf Heinrich, Pfarrer i.R., hielt eine bewegende Ansprache. Mit dem Niederlegen von Blumen fand die Veranstaltung ihren Abschluss.

Die Ansprache von Pfarrer Heinrich:

Wir stehen hier am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Faschismus. Wir stehen hier gegen das Vergessen, denn die Erinnerung ist die Kraft der Versöhnung, der Gerechtigkeit und des Friedens. Starke Arme hat die Erinnerung. Wer sich an Unrecht und Gewalt erinnert, wer nicht vergisst, der spürt, dass die Opfer schmerzhaft gegenwärtig sind. Wer sich erinnert, der kann aus dem, was geschehen ist, lernen. Erinnerung aber ist kein Heilmittel an sich, sie kann belasten und entlasten, sie kann verharmlosen und verschweigen, sie kann versklaven und befreien. Erinnerung kann heilen, sie kann zur Kraft der Versöhnung werden, ohne Unrecht zu vergessen und ohne neues Leiden zu produzieren. „Erinnern, das ist vielleicht die qualvollste Art des Vergessens und vielleicht die freundlichste Art der Linderung dieser Qual“, sagt Erich Fried.

„Zerstampft des Unrechts Drachensaat. Zerstört den Hass von Staat zu Staat. Versenkt die Waffen in Gewässern.“ heißt es im Gedicht in der Mitte des Denkmals. Wer sich an die Opfer von Unrecht und Krieg erinnert, der wird ermutigt, aufzustehen und zu kämpfen für Frieden, Abrüstung und Demokratie.

Wir gedenken der Opfer, sie sind gegenwärtig. Das Wort „Opfer“ verallgemeinert, was nicht zu verallgemeinern ist. Denn hinter dem Wort „Opfer“ stehen einmalige Menschen, deren Würde missachtet wurde, weil ihnen das Recht auf den eigenen Tod genommen wurde. Hinter dem Wort „Opfer“ tauchen Namen, Gesichter, Lebensgeschichten, Träume und Sehnsüchte von Menschen auf. Jeden dieser Menschen gab es nur ein einziges Mal auf dieser Erde. Jeder Mensch, jedes Leben ist ein Heiligtum, der Tempel Gottes.

Wie wertvoll, wie schützenswert ist dieses einmalige Leben! Die Opfer sind gegenwärtig. In der Stille denken wir an sie.

Die Opfer mahnen uns: Kein Mensch sollte auf den Wegen seines Lebens geopfert werden oder zum Opfer verführt werden: nicht für das Vaterland, nicht für die Arbeit, nicht für den technischen Fortschritt, nicht für die Religion oder wie die Götter und Götzen einer Zeit nur heißen mögen. Und doch auch hier gilt, dass das Leben vielfältiger und komplizierter ist, als ich es haben möchte: Es gibt Menschen, die aus Liebe und Solidarität eigene Lebensziele aus freier Entscheidung aufgeben.

Es gibt Menschen, die aus Nähe und Liebe zu anderen Menschen ihr Leben opfern, wie der Kinderarzt Janusz Korczak, der 1942 mit seinen jüdischen Waisenkindern freiwillig in das Konzentrationslager Treblimka, in die Gaskammer und in den Tod ging. Und doch gilt zugleich: Kein Mensch sollte auf den Wegen seines Lebens geopfert werden. Menschen aber werden nachwievor tagtäglich zu Opfern: Sie werden geopfert aus politischen, wirtschaftlichen und religiösen Machtinteressen.

Weltweit werden Menschen zum Töten und Getötet werden auf die Jagd geschickt um des Geldes und der Vermehrung des Geldes willen. Das deutsche Wort Geld bedeutet von seiner Herkunft her Opfer. Die Wurzel allen Übels, aller Kriege und Gewalttaten ist die Habgier und Profitgier heißt es in der Bibel, weil sie die Beziehungen der Menschen untereinander zerstört, indem andere ausgenutzt und ausgebeutet werden, anstatt solidarisch zu teilen. Der persönlichen Habgier entspricht die Struktur einer Gesellschaft, die in der die Steigerung der Profitrate ihr einziges Ziel und ihren Sinn sieht. Frieden und soziale Gerechtigkeit aber gehören zusammen wie zwei Seiten einer Medaille.

Wir stehen hier an einem Mahnmal. Wir selbst, jede und jeder von uns ist ein lebendiges Mahnmal. Es liegt auch an uns, was aus dieser Welt wird. Wir sind nicht hilflos dem ausgeliefert, was in unserer Gesellschaft geschieht. Wir können der Opfer gedenken und dazu beitragen, neue Opfer zu verhindern. Wir können ungerechte wirtschaftliche Strukturen verwandeln, denn Wirtschaftssysteme und Strukturen existieren nicht durch sich selbst, sie brauchen Menschen, die sie aktiv betreiben. Eine Welt ohne Armut, Krieg und Gewalt ist nicht nur möglich, sie ist notwendig, um Not zu wenden und Opfer zu verhindern. Wenn wir das versuchen, dann halten wir den Glauben daran wach, dass nicht die gewalttätigen Sieger der Geschichte, sondern ihre Opfer Zukunft haben sollten!

Wir werden gleich an diesem Mahnmal Blumen niederlegen. Nicht um mit Blumen das Leiden der Opfer zu verdecken, nicht um zu verharmlosen, zu verschweigen oder zu verdrängen, sondern, um zu zeigen, dass das Leben siegt, um der Opfer zu gedenken und unsere Widerstandskräfte zu stärken gegen Unrecht und Leid.

Ich schließe mit einem leicht veränderten Text von Scholem Ben Chorin, den er 1942 schrieb:

„Freunde, dass die Blume wieder blüht, ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt.

Dass das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit, achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.

Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht.

Doch des Lebens Blütensieg, leicht im Winde weht.

Freunde, dass die Blume sich in Blüten wiegt, bleibe uns ein Fingerzeig, wie das Leben siegt.“

Friedensbewegter eröffnet Sammlung für Patenschaft

Aufruf zur Sammel-Patenschaft

Auf der Veranstaltung zum Antikriegstag in Gelsenkirchen eröffnete Andreas Löbert mit der ersten Spende eine Sammel-Patenschaft für einen Stolperstein. Beteiligt euch, so sind die 120 Euro für den Stolperstein schnell zusammen!

Spendenkonto der Projektgruppe Stolpersteine Gelsenkirchen


Lied zum Antkriegstag 2011: Bella ciao in einer Fassung von Zupfgeigenhansel (Live 1984)

Neo-Nazis vermehrt in Gelsenkirchen-Bismarck aktiv II - Antifaschistische Schnitzeljagd 

Antifaschistische Schnitzeljagd in Gelsenkirchen-Bismarck

17.8.2011. Wie kürzlich von verschiedenen Antifa-Medien berichtet, wurden in letzter Zeit vermehrt Aufkleber-Propaganda der NPD und Nazi-Schmierereien im Gelsenkirchener Ortsteil Bismarck/Grenze Bulmke festgestellt.

Augenscheinlich waren in den letzten Tagen antifaschistische Kräfte in diesem Bereich unterwegs und haben deutliche Spuren hinterlassen. Die dort ansässigen Nazis machte das offenbar nervös. Anwohner und Geschäftsleute berichteten uns heute, dass ein Teil der Antifa-Aufkleber (besonders im Bereich Olgastrasse) von den Nazis sehr schnell wieder entfernt worden sind. Wie uns auf Nachfrage von den AktivistInnen bestätigt wurde, findet in Kürze wieder eine Antifaschistische Schnitzeljagd in Gelsenkirchen-Bismarck statt.

Nazis outen! Meldet uns alle Nazi-Aktivitäten in Gelsenkirchen!


LINKE im Landtag fordert umfassende Aufklärung möglicher neofaschistischer Hintergründe 

17.8.2011. Markus K., der vor einer Woche zwei Gelsenkirchener Polizeibeamte gezielt angriff und schwer verletzte, hat möglicherweise einen neofaschistischen Hintergrund und politische Motive (siehe Bericht WAZ vom 12.8.11). Anna Conrads, innenpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion DIE LINKE, zeigt sich alarmiert: „Sollte sich ein rechter politischer Hintergrund des Täters bewahrheiten, zeigt der Vorfall von Gelsenkirchen einmal mehr, mit welcher Militanz und welchem Bedrohungspotential die rechte Szene in NRW inzwischen agiert. Wir erwarten, dass die Ermittlungsbehörden diesen Zusammenhang eingehend untersuchen und mögliche rechte Hintergründe eindeutig benennen.“ (...) mehr ...


1. September - Internationaler Antikriegstag in Gelsenkirchen 

Antikriegstag 2011 in Gelsenkirchen

15.8.2011. Anlässlich des Antikriegstages lädt die Gelsenkirchener Friedensbewegung herzlich ein, am 1. September gemeinsam zu diskutieren und zu demonstrieren:

17.15 Uhr Informationen und Aktionen gegen Krieg (Preuteplatz/Bahnhofstraße)
17.30 Uhr Kundgebung auf dem Preuteplatz
18.30 Uhr Demonstration zum Mahnmal für die Opfer des Hitler-Faschismus im Gelsenkirchener Stadtgarten
19.00 Uhr Gedenkfeier für die Opfer von Krieg und Faschismus mit anschließender Blumenniederlegung

Aufruf Gelsenkirchener Bürgerinnen und Bürger

Aufruf unterstützen? Kontaktiert uns per Email!

Zur Information über und Mobilisierung gegen den Nazi-Aufmarsch in Dortmund am 3. September 2011 wird auch die VVN/BdA Gelsenkirchen am 1. September zwischen 17 und 19 Uhr mit einem Infostand auf der Gelsenkirchener Bahnhofstrasse/Höhe Sellhorststrasse bzw. Preuteplatz vertreten sein.


Messerstecher von Gelsenkirchen angeblich Neonazi 

12.8.2011. Der 21jährige Messerstecher aus Gelsenkirchen, der im Ortsteil Bulmke-Hüllen in der Nacht zum Dienstag zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und beide mit einer Messerattacke lebensgefährlich verletzt hat, soll rechtsradikal sein. So prahlte der Täter in der Vergangenheit damit, Mitglied der NPD zu sein. Die Essener Staatsanwaltschaft wollte das bisher weder ausschließen noch bestätigen. In der weiteren Umgebung des Tatortes an der Waterbergstrasse war es letzter Zeit vermehrt zu Nazi-Schmierereien und Aufkleber-Propaganda der NPD, der AN Lünen und der Nederlands Volksunion gekommen.

Dortmund stellt sich quer 

Dortmund stellt sich quer 2011

12.8.2011. Die Region Dortmund gilt bundesweit als eine der Nazihochburgen, dort und in umliegenden Städten kommt es regelmäßig zu Angriffen auf linke Einrichtungen und Büros sowie auf Einzelpersonen der organisierten Linken und MigrantInnen. So wurde z.B. das Wahlkreisbüro von Ulla Jelpke (Bundestagsabgeordnete der Linkspartei) in Dortmund bereits sechs mal (!) von Nazi angegriffen. Erst Ende Juli kam es in Dortmund zu einer Serie von Attacken gegen aktive Linke und Büros von DKP und Linkspartei. Die Angriffe stehen offenbar im Zusammenhang mit einem geplanten Noenazi-Aufmarsch am 3. September in Dortmund. Die Nazis wollen ihren "Nationalen Antikriegstag" begehen - jedoch formiert sich breiter Widerstand. Verschiedene Bündnisse planen Protestaktionen. Das Bündnis "Dortmund stellt sich quer" ruft zu Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen Nazis und zu Blockaden auf. mehr ...

In der Ruhrgebietsmetropole selbst wohnen zahlreiche Neonazis im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld. Eine antifaschistische Vorabenddemo nach Dortmund-Dorstfeld am 2.9. beginnt um 19 Uhr am ZOB (direkt am Hauptbahnhof).

Nazis am 3. September 2011 in Dortmund abservieren! No Pasarán! Dorstfeld nicht in Nazihand!

Das Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen unterstützt die Protestaktionen und ruft zur Teilnahme auf!


Neo-Nazis vermehrt in Gelsenkirchen-Bismarck aktiv 

Dennis Bruglemanns

Links: Der Gelsenkirchener Dennis Bruglemans, Stützpunktleiter der Jungen Nationaldemokraten Gelsenkirchen (örtliche Jugenorganisation der NPD) und Mitglied der Kleingruppe "Kameradschaft Volkssturm Deutschland". Stecken er und seine braunen Buben hinter den Nazi-Schmierereien im Gelsenkirchener Ortsteil Bismarck?

10.8.2011.Vermehrt taucht in letzter Zeit Aufkleber-Propaganda der NPD, der AN Lünen und der Nederlands Volksunion im Bereich Bismarckstrasse, Hohenzollernstrasse und den Nebenstrassen in südlicher Richtung, von der Emmastrasse bis zum Sellmannshof auf. Auch Nazi-Schmierereien wie Hakenkreuze und Odalsrunen finden sich an Stromkästen und Türen. Dennis Bruglemans, der im sozialen Netzwerk "facebook" die Seite "Volkssturm Deutschland" gegründet hat, beschreibt die Gruppe dort so (Der Text wurde aus Gründen der Authentizität genauso übernommen, wie er in der Gruppenbeschreibung von Bruglemans verfasst wurde): "Wir sind die Kameradschaft Volkssturm Deutschland. Hertlich Wilkommen auf unserer Facebook seite Wir sind eine gruppe von Weißer Patrioten die an ein Deutsche Deutschland glaubt und wollen den Multi-Kulti-Terror nicht länger dulden! Wir wählen die NPD und wüden es schätzen wenn ihr es auch tut. Wir sind Bundesweit vertreten in fast jeder Großstadt in Deutschland....." Mit von der Partie beim "Volkssturm Deutschland" ist auch der jüngst wegen Propaganda-Delikten u.a. verurteilte Andre Zimmer aus Bochum-Wattenscheid. Siehe auch: mehr ...

Email an uns aus dem Dunstkreis der "Kameradschaft Volkssturm Deutschland":

From: "tobi dSWE"
To: Orgateam NO NAZIS
Sent: Monday, April 11, 2011 2:22 AM
Subject: Neonazis in Höntrop

Passt bloss auf was ihr tut, wir sind überall und Höntrop gehört uns bleibt aus unserem Viertel raus und wagt euch nicht in denbeethovenweg oder gar nach höntrop, wir sind überall und bekommen euch auch, denkt an euren freunf Scmuddel sowas könnte euch auch passieren XD wenn ihr weiter in Wattenscheid oder Höntrop rumstreunt, das ist nur eine Warnung passier hier mher oder werden gar Aufkleber oder Zeichnungen von uns entfernt wissen wir ja wer es war also Passt auf Schwatz ist die Nacht !!!!

Eure Kameradschaft Volkssturm Deutschland 88


Stolpersteine werden verlegt

5.8.2011.Die Projektgruppe Stolpersteine Gelenkirchen lädt ein: am Samstag, den 20. August, werden weitere Stolpersteine in Gelsenkirchen verlegt: Im Bahnwinkel 10 für Robert Mäusert gegen 11:00 Uhr, an der Polsumer Strasse 158 für Astrid "Iri" Steiner gegen 11:20 Uhr, an der Königsgrätzerstrasse für Wilhelm Gorny gegen 11:40 Uhr und an der Essener Strasse 71 für Andreas Schillack jun. 12:10 Uhr. Alle genannten Zeitangaben sind Richtwerte, planen Sie bitte Abweichungen von ca. +/- 15 Minuten ein.


Neue Stolpersteine in Gelsenkirchen 

Stolpersteine in Gelsenkirchen

2.8.2011. Weitere 18 Stolpersteine verlegte Gunter Demnig am Montag in Gelsenkirchen. Die kleinen Gedenksteine, flächenbündig in das Pflaster der Gehwege eingelassen, künden schweigend vom Terror des NS-Regimes, von Rassenwahn und Völkermord. Sie geben den Menschen, die von den Nazis zu Nummern und Aktenzeichen degradiert wurden, mit einer individuell beschrifteten Messingplatte ihre Namen zurück. Und zwar genau dort, wo die Menschen einst zu Hause waren - vor den Türen der Wohnhäuser. Dort funktioniert Verdrängung nicht länger. mehr ...


Die Nazis kommen – wir auch!

29.6.2011. Am Samstag, den 09. Juli 2011 wollen Neonazis in Krefeld am Neumarkt eine Mahnwache veranstalten. Thema ihrer Mahnwache ist die Forderung nach Todesstrafe für Sexualstraftäter_innen, die sie mit Parolen wie “Ein Baum, ein Strick, ein Schändergenick!” verdeutlichen. Dabei geht es den Neonazis nicht darum Opfer sexueller Gewalt zu schützen, sondern sie instrumentalisieren diese lediglich im Sinne ihrer menschenverachtenden Ideologie. mehr...


1941-2011   70. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion - Gedenkakt in Gelsenkirchen 

70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion - 22.juni 2011

16.5.2011. Am 22. Juni 1941 überfiel das nationalsozialistische Deutschland die Sowjetunion. An diesem Tag begann ein verbrecherischer Rassen- und Vernichtungskrieg, in dessen Folge geschätzte 27 Millionen Menschen starben und der den Überlebenden Leid zufügte, das sie nie vergessen konnten. Der zivilgesellschaftliche Verein Gelsenzentrum will in Gelsenkirchen am 70. Jahrestag des Überfalls den Menschen, die 1941-1945 aus der Sowjetunion als Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter nach Deutschland verschleppt und in Gelsenkirchen an den Folgen von Gewalt, Hunger und Krankheit gestorben sind, mit einem Gedenkakt am Gedenkstein in Gelsenkirchen-Horst ein ehrendes Andenken erweisen.

Ein Arbeitskreis beschäftigt sich derzeit mit der Vorbereitung und Planung einer Gedenkveranstaltung am 22. Juni 2011 zum 70. Jahrestag des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion. “Wir wollen am Jahrestag des Überfalls Nazi-Deutschlands auf die Sowjetunion in Gelsenkirchen an das unsagbare Leid, dass deutsche Besatzer im Zweiten Weltkrieg den Angehörigen der Völker der ehemaligen Sowjetunion zugefügt haben, erinnern und der Kriegstoten gedenken”, so ein Sprecher des gemeinnützigen Vereins. Zu dem Gedenkakt sind auch offizielle Vertreter der Ukraine, der Republik Belarus und der Russischen Förderation eingeladen.


Mahnwache am 8. Mai 2011 - 66. Jahrestag der Befreiung von Krieg und Faschismus 

8. Mai 2011 - 66. Jahrestag  der Befreiung von Krieg und Faschismus

1.4.2011. Der 8. Mai 1945 markiert die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und das Ende des von Deutschland entfachten Weltkrieges, der über 55 Millionen Menschenleben kostete. Dieser 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Rassen- und Vernichtungswahn entkommen konnten.

Dieser Tag soll jedoch nicht allein Anlass zum Gedenken an die unzähligen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft sein. Dieser Tag soll auch Anlass sein, all denjenigen zu danken, die mithalfen, die Befreiung von der NS-Herrschaft durchzusetzen. Dank den Angehörigen der Roten Armee, den West-Alliierten, ihren Verbündeten und den WiderständlerInnen überall in Europa.

Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 soll uns darüber hinaus anregen, uns aktiv im Kampf gegen alte und neue Nazis und andere Geschichtsrevisionisten zu engagieren, die auch in diesem Jahr am 8. Mai in den verschiedensten Orten Deutschlands aufmarschieren, ihre dumpfen Parolen grölen und die Geschichte zu ihren Zwecken umdeuten wollen. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus und Rechtspopulismus darf sich nicht darauf beschränken, in hektischen Aktionismus zu verfallen, wenn die Rechtsradikalen der Republik gerade wieder einmal auf der Nase herumtanzen; sie muss als tägliche Aufgabe gesehen werden, auch wenn das nicht immer einen medienwirksamen Auftritt verspricht.

Mahnwache zur Erinnerung an die Befreiung von Krieg und Faschismus

8. Mai 2011 von 14:30-15:30 Uhr auf dem Neumarkt in der Gelsenkirchener Innenstadt

Wehret den Anfängen - Aktiv gegen Menschenverachtung und Rassismus

Demokratisch gesinnte Menschen aus allen sozialen Schichten und Altersgruppen sind zur Teilnahme aufgerufen!

Die Veranstaltung wird bisher unterstützt von:
Gelsenzentrum e.V., Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen, Runder Tisch gegen Rechts Gelsenkirchen, Jüdischer Kulturverein KINOR, Forum für die Zukunft des Judentums in Deutschland e.V. und vom VVN/BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimmes/Bund der AntifaschistInnen) Gelsenkirchen .

→ Download Flugblatt/Druckvorlage


"Pro NRW" unter der Lupe

Seminar klärt über rechtspopulistische "Pro NRW" auf

Am 15. April 2011 veranstaltet die VVN-BDA Gelsenkirchen im DGB Haus der Jugend um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltung zum Thema "Pro NRW und die sogenannten Rechtspopulisten". ReferentInnen vom Antirassistisches Bildungsforum Rheinland werden den Abend mit einem informativen Vortrag und einer anschließende Debatte gestalten. Inhaltlich wird es um das relativ neue Phänomen des Rechtspopulismus gehen, in NRW besser bekannt unter dem Namen "Pro NRW". "Diese rechte Kleinstpartei, mit den Wurzeln in Köln, versucht als Bindeglied zwischen den offen militanten Rechtsradikalen und dem rechten Rand der Gesellschaft zu fungieren. In Gelsenkirchen sitzen seit 2009 neben Kevin G. Hauer noch 2 Mitglieder im Stadtrat für "Pro NRW". Diese so genannte Partei missbraucht das Schloß Horst immer wieder für ihre Veranstaltungen. Es ist nun Zeit über ihre Machenschaften ausführlich zu informieren!" so Paul M. Erzkamp, ein Sprecher der VVN-BDA Gelsenkirchen.

Der Eintritt ist kostenlos und alle Menschen sind herzlich willkommen. FaschistInnen und explizit Mitglieder rechter Gruppierungen sind ausdrücklich nicht willkommen.

Quelle: Pressemitteilung VVN/BdA Gelsenkirchen 14. 04. 2011


Naziübergriffe stoppen! Nazistrukturen offen legen! 

Kommt zur Demo: 15.4.2011 ab 16 Uhr am Bochumer HBF

Seit einiger Zeit machen Neonazis in Bochum wieder vermehrt durch Aktivitäten auf sich aufmerksam. Diese Aktivitäten verschiedener Nazigruppierungen, Cliquen und Einzelpersonen, die teilweise untereinander vernetzt sind, reichen von offiziellen Anfragen im Stadtrat von Seiten der NPD über die Verteilung rassistischer Propaganda in der Innenstadt bis hin zu Angriffen auf Antifaschist_innen. Die Gewaltbereitschaft der jungen und alten Neonazis hat in den letzten Jahren stark zugenommen.


KEIN FUßBREIT DEN FASCHIST_INNEN!
WEDER IN BOCHUM, NOCH ANDERSWO!

Kommt zur Demo: 15.4.2011 ab 16 Uhr am Bochumer HBF


Was ist vorgefallen?

Einen sichtbaren Beginn nahmen die ekelhaften Vorfälle mit der Wahl des langjährigen aktiven Neonazis Claus Cremer in den Bochumer Stadtrat. Wiederholt machten die Nazis mit Kundgebungen im Stadtbild auf sich aufmerksam. Einen traurigen Höhepunkt der Naziaktivitäten stellte die Schändung des jüdischen Friedhofs mit Hakenkreuzen und SS-Runen Ende November 2010 dar. In derselben Nacht wurde auch das Denkmal, das an die Zerstörung der Bochumer Synagoge 1938 erinnert, ebenfalls beschädigt. Auch das Soziale Zentrum in Bochum wurde mit Hakenkreuzen beschmiert. Zudem kündigten Nazis wiederholt an, verschiedene antifaschistische Treffpunkte anzugreifen.

Hinzu kommt eine Reihe von gewalttätigen Übergriffen auf Antifaschist_Innen. Jugendliche, die gegen die Nazis aktiv geworden waren, wurden bis in ihre Häuser verfolgt und mit Gewalt bedroht, ihre Adressen wurden im Internet verbreitet. Auch verschiedene antifaschistische Gruppen, darunter die Antifajugend Bochum (AJB) erhielten Mails, in denen der Mord an linken Aktivist_Innen angedroht wurde. Bereits an Silvester wurde ein vermeintlicher Antifaschist am Hauptbahnhof krankenhausreif geschlagen. Die Nazis brüsteten sich später im Internet mit der Tat. (...) mehr ...

→ Kurzaufruf zur Demo in Bochum (PDF)


Neonazi-Aktivitäten in Bochum-Wattenscheid 

Nazi-Aufkleber auf dem Schaukasten der Freiwilligen Feuerwehr Höntrop, Höntroper Strasse 71

Aufkleber der "Jungen Nationaldemokraten" (JN, Jugendorganisation der NPD) auf dem Schaukasten der Freiwilligen Feuerwehr Höntrop an der Höntroper Strasse 71

10.4.2011 In den letzten Wochen sind wieder vermehrte Aktivitäten von Neonazis in Bochum-Wattenscheid/Höntrop zu beobachten. So wurden unter anderem im Bereich der Hochhaussiedlung Wattenscheider Hellweg - Westenfelderstrasse, im Bereich der Hochhaussiedlung Horneburg und im Bereich des Bahnhof Höntrop bei einer Begehung durch Mitglieder des "Netzwerks gegen Rechtsextremismus Gelsenkirchen" Schwerpunkte festgestellt. In diesen Bereichen wurden verstärkt Nazi-Aufkleber und Farbschmierereien (NS-Symbole) angebracht. Die Nazi-Aktivitäten wurden fotografisch dokumentiert und die zuständigen Behörden informiert.


Kommentare zum Artikel "Neonazi-Aktivitäten in Bochum-Wattenscheid" auf → indymedia.de


Als Reaktion auf unseren Beitrag "Neonazi-Aktivitäten in Bochum-Wattenscheid" erhielten wir heute diese Email:

From: "tobi dSWE"
To: Orgateam NO NAZIS
Sent: Monday, April 11, 2011 2:22 AM
Subject: Neonazis in Höntrop

Passt bloss auf was ihr tut, wir sind überall und Höntrop gehört uns bleibt aus unserem Viertel raus und wagt euch nicht in denbeethovenweg oder gar nach höntrop, wir sind überall und bekommen euch auch, denkt an euren freunf Scmuddel sowas könnte euch auch passieren XD wenn ihr weiter in Wattenscheid oder Höntrop rumstreunt, das ist nur eine Warnung passier hier mher oder werden gar Aufkleber oder Zeichnungen von uns entfernt wissen wir ja wer es war also Passt auf Schwatz ist die Nacht !!!!

Eure Kameradschaft Volkssturm Deutschland 88


"Ein brauner Haufen hört nicht auf zu stinken, wenn man ihm ein Schleifchen umbindet" 

Der Wolf im Schafspelz - Die Rechtsaußen-Partei Pro NRW

5.4.2011 Auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst protestierten am Montag zahlreiche BürgerInnen, Organisationen und Parteigliederungen gegen die fremdenfeindliche, selbsternannte "Bürgerbewegung Pro NRW", die so gerne versucht, sich mit einem bürgerlichen Gewand zu tarnen. Der Gelsenkirchener Oberbürgermeister fand dafür in seinem Redebeitrag deutliche Worte: "Ein brauner Haufen hört nicht auf zu stinken, wenn man ihm ein Schleifchen umbindet".

Die mittlerweile vom Verfassungsschutz NRW als "verfassungsfeindlich" bewertete rechtsextreme Splitterpartei "Pro NRW" hielt gestern ihre so genannte "Deutsch-Israelische Konferenz" im Schloss ab. Die Rechtspopulisten hatten im Vorfeld ihrer Veranstaltung vollmundig angekündigt, eine "hochrangige Delegation aus Israel" werde an der Konferenz teilnehmen, tatsächlich handelte es sich dabei um Aktivisten aus dem Spektrum rechtsgerichteter Siedlergruppen in Israel.


Hintergrundinformation: "Pro NRW" und die "Israel-Connection"

Die „Pro-Bewegung“ will sich als „deutsche Rechte ohne Antisemitismus“ darstellen – als Feindbild wird „der Islam“ propagiert.

„Eine freiheitliche Rechte ohne Antisemitismus ist nun Wirklichkeit geworden“, jubilierte am heutigen Dienstag „pro NRW“. Vorausgegangen war am Montag ein als „deutsch-israelische Konferenz“ angekündigtes Treffen in Gelsenkirchen. Teilgenommen hatten unter anderem „pro NRW“-Chef Markus Beisicht, der Republikaner-Vorsitzende Rolf Schlierer, Patrik Brinkmann, der „Internationale Sekretär der Pro-Bewegung“, sowie drei Rechtsaußen-Politiker aus Israel: David Ha’ivri, vorgestellt als „Außenbeauftragter der Provinz Samarien“, der Literatur-Professor Hillel Weiss sowie der Autor und Rabbi Shalom Dov Wolpo.

Pünktlich zu der „Konferenz“ hat die „Mobile Beratung im Regierungsbezirk Münster – Gegen Rechtsextremismus, für Demokratie“ (mobim) eine Analyse der Strategie vorgelegt, die von der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ mit ihren Israelkontakten verfolgt wird. Die vordergründige Abkehr vom Antisemitismus werde von „pro NRW“ genutzt, um sich als „erste deutsche Rechte ohne Antisemitismus“ darzustellen und gleichzeitig ein neues Feindbild zu propagieren: „den“ Islam und die angebliche „Islamisierung“, schreiben die Autoren. Nahostkonflikt wird instrumentalisiert.

Bei Teilen der „Pro-Bewegung“ habe eine Feindbildverschiebung stattgefunden. Die Autoren zitieren Brinkmann: „Wir brauchen […] in Deutschland eine Rechte, die nicht Israel zum Feind erklärt sondern den Islam.“ Auch die Ernsthaftigkeit der Distanzierung von Antisemitismus und die Hinwendung zum Staat Israel seien zu hinterfragen: „Pro NRW“ gehe es nicht um Solidarität mit Israel als dem Staat der Holocaust-Überlebenden oder der ernsthaften Bekämpfung von Antisemitismus. Vielmehr solle der Nahostkonflikt instrumentalisiert und gegen „den Islam“, vor allem in Deutschland, in Stellung gebracht werden.

In den Blick nehmen die Autoren auch die bevorzugten Ansprechpartner der bundesdeutschen Rechtspopulisten auf israelischer Seite. Dies seien „vor allem Repräsentanten des äußerst nationalistischen Spektrums“. Ha’ivri zum Beispiel fiel dadurch auf, dass er in einem TV-Interview die Ermordung des israelischen Premierministers Yitzhak Rabin im November 1995 gefeiert hatte. Weiss handelte sich eine Anklage wegen „Anstachelung zur Gewalt“ ein. Auf der anderen Seite würden „antisemitische Aktivitäten, Verlautbarungen und Vernetzungen aktiver ,Pro’-Mitglieder“ deren Selbstinszenierung als „Freunde Israels“ in Frage stellen, heißt es mit Blick auf Teile des „pro“-Personals.

Quelle: Tomas Sager auf bnr.de, 05. 04. 2011


Kritische Betrachtung einer "deutsch-israelischen Konferenz" in Gelsenkirchen und der damit verbundenen Strategie von "Pro NRW":

→ mobim-analyse 5/2011 (PDF): eine "deutsche Rechte ohne Antisemitismus"?


"Pro NRW" und Öffentlichkeit"

Sagte der “Pro NRW”-Vorsitzende Markus Beisicht in einer Presseerklärung der “Pro NRW” noch (…) “Ich freue mich, dass wir nach der Konferenz unseren Mitgliedern und Freunden, aber auch der Presse die Ergebnisse unserer Beratungen vorstellen können“, verließ die Rechten am Ende dann doch der Mut. Unsere Anmeldung zur Pressekonferenz der Rechtsaußen-Partei blieb ohne Antwort. Einer öffentlichen und ojektiven Berichterstattung über die konkreten Inhalte der “Deutsch-Israelischen Konferenz” wollte man sich seitens der Proler dann doch nicht aussetzen.


4. April: Kundgebung gegen die rechtspopulistische "Pro NRW" in Gelsenkirchen 

31.3.2011. Mit ihrer als “Deutsch-Israelischen Konferenz” bezeichneten Veranstaltung am 4. April 2011 im Schloss Horst schürt die ultrareaktionäre "Pro NRW" weiter Vorbehalte gegen Muslime. “Pro NRW” bewegt sich dabei hart an der Grenze zur Volksverhetzung und versucht erneut, Deutsche und Migranten zu spalten. Wir fordern von der Stadt Gelsenkirchen bzw. vom Polizeipräsidenten das Verbot der Veranstaltung von "Pro NRW".

Kundgebung gegen "Pro NRW" in Gelsenkirchen
Montag, 4. April 2011 von 16:30 bis 17:30 Uhr
Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst

Für ein Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!

Diese Kundgebung wird bisher unterstützt von: Monika Gärtner-Engel (Stadträtin, AUF Gelsenkirchen), Andreas Jordan (Gelsenzentrum), Willi Mast (AUF Gelsenkirchen), Toni Lenz (MLPD Gelsenkirchen), Leon Bauer (REBELL Gelsenkirchen), Gerd Buckler (IGBCE), Günter Wagner (Arzt) und anderen.

→ Download Flugblatt/Druckvorlage

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Pressemitteilung AUF Gelsenkirchen vom 1. April 2011, 13:00 Uhr:

Pro NRW und „israelische Patrioten“

Eine erneute Provokation ist – nach Meinung von Dr. W. Mast, Vorstandssprecher von AUF – die erneute Tagung von pro NRW im Schloß Horst am Montag 4. April. Dieses Mal soll zusammen mit „israelischen Patrioten“ eine Tagung durchgeführt werden, die sich gegen Menschen islamischen Glaubens richtet. AUF wird sich an einer Protestaktion am Montag ab 16.30 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz beteiligen. Für Kräfte, die offenen Rassismus schüren und gegen das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion sind, dürfe kein Platz in unserer Stadt sein. Alle Bürger sind aufgefordert, sich am Protest zu beteiligen.


"Pro NRW" ist verfassungsfeindliche Organisation 

Der Wolf im Schafspelz - Die Rechtsaußen-Partei Pro NRW

29.3.2011. War im NRW-Verfassungsschutzbericht 2009 noch von einem "Verdacht" die Rede, so wird die Rechtsaußen-Partei "Pro NRW" im grade veröffentlichten Verfassungsschutzbericht 2010 ganz klar als Verfassungsfeindlich eingestuft. "Der Versuch von pro NRW durch ein bürgerliches Gewand, den Stempel der "Verfassungsfeindlichkeit" um jeden Preis zu vermeiden, ist gescheitert", erklärte Jäger.

Gegen die Erwähnung im NRW-Verfassungsschutzbericht von 2008 hatte die rechte Kleinpartei noch vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf geklagt, im Februar 2011 mussten die Rechtspopulisten jedoch eine Niederlage hinnehmen: Die Klage wurde vom Gericht abgewiesen. "Die Bekenntnisse von "Pro NRW" zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sind ersichtlich unglaubwürdig und taktisch bedingt. Tatsächlich will die Partei - so das Gericht - "einen Bestandteil der freiheitlichen demokratischen Grundordnung, nämlich die Menschenrechte für bestimmte Personengruppen außer Geltung zu setzen." Bei der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes 2010 hat NRW-Innenminister Jäger die jüngsten Urteile gegen "Pro NRW" begrüßt. "Pro NRW" schüre nicht nur Ängste vor Überfremdung, sondern transportiere auch eine ausländerfeindliche und antidemokratische Ideologie, sagte Jäger. ""Pro NRW" ist gefährlich für unsere Demokratie in Nordrhein-Westfalen. Hinter ihrem unverfänglichen Namen, der an eine Bürgerbewegung denken lassen soll, - versucht sie bewusst, Ängste vor Überfremdung zu schüren und darüber ihre anti-demokratische und ausländerfeindliche Ideologie zu transportieren", warnte der Minister. Insoweit sei es auch nicht überraschend, dass der Landesvorsitzende der rechtsextremistischen DVU nach der Fusion mit der NPD bei "Pro NRW" seine politische Heimat gefunden hat. Er wurde dort einstimmig zum Kreisvorsitzenden gewählt.

Wie "Pro NRW" agiert zeigt die Kampfformel, die der Vorsitzende von "Pro NRW" geprägt hat: "Die Unterscheidung zwischen bösen Salafisten und guten Muslimen ist im Großen und Ganzen Volksverdummung. [...] Es gibt keinen wesentlichen Unterschied zwischen Islam und Islamismus." "Damit hetzt "Pro NRW" gegen Muslime und den Islam. Bewusst vermieden wird die bedeutungsvolle Unterscheidung zwischen dem Islam als Religion und dem Islamismus als extremistische Strömung. Islam, Islamismus, Kriminalität, Gewalt und Terrorismus werden gleichgesetzt, Muslime in Deutschland unter Generalverdacht gestellt", stellte Jäger klar. So versucht "Pro NRW" auf dem Rücken der Muslime in Deutschland ihre wahren Ziele durchzusetzen: Sie will eine andere Gesellschaft, in der die Menschenwürde bestimmter Minderheiten, etwa Homosexuelle oder Ausländern, nicht geachtet wird.


Stolberg wehrt sich gegen geplante Naziaufmärsche 

Aufruf des Bündnisses gegen den Naziaufmarsch 2011 in Stolberg (Rhld.)

27.3.2011. Am 8. und 9. April 2011 stehen Stolberg wieder Neonazi-Aufmärsche ins Haus. An diesem Wochenende wollen die Nazis direkt zwei Aufmärsche durchführen. Hintergrund: Die Nazis instrumentalisieren den Tod eines Jungen Mannes und versuchen die Umdeutung zu einem Märtyrergedenken. Ganz nach dem Vorbild der NS-Propaganda wollen die Neonazis am Abend des 8. April einen Fackel- und am 9. April einen so genannten "Trauermarsch" in Stolberg realisieren. Ein breites zivilgesellschaftliches Bündniss hat sich zum Ziel gesetzt, die Naziaufmärsche in Stolberg zu verhindern und ruft zum aktiven Protest auf.

AntifaschistInnen vom Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen fahren an dem Wochenende nach Stolberg, um sich am Protest gegen die Aufmärsche und die rechtsextreme Hetze zu beteiligen: "Wir helfen mit, die Neonaziaufmärsche in Stolberg zu verhindern. Keinen Fußbreit Boden den alten und neuen Faschisten!"


“Pro NRW” wieder in Schloss Horst 

Braune Vernetzung

22.3.2011. Am 4. April 2011 will die rechtspopulistische “Pro NRW” eine so genannte “Deutsch-Israelische Konferenz“ in Schloss Horst zu Gelsenkirchen veranstalten. Vollmundig nennt die rechte Kleinpartei die Konferenz ein “historischen Ereignis, denn die Rechte ohne Antisemitismus sei Wirklichkeit geworden”. Dem ist natürlich nicht so, die angekündigten Redner sind keine offiziellen Amtsträger des Staates Israel, wie "Pro NRW" suggerieren will. Tatsächlich sind es Aktivisten aus dem Spektrum rechtsgerichteter Siedlergruppen in Israel. Der Öffentlichkeit soll damit eine angebliche ”rechtsdemokratische und internationale Verständigung” suggeriert werden. Letztlich ist die geplante Konferenz nur ein weiterer Baustein im Pogramm der Rechtsextremen gegen die angeblich drohende “Islamisierung” in Deutschland.

Sah die “Demokratischen Initiative” in Gelsenkirchen bei der letzen Tagung der rechten Hetzer von “Pro NRW” im Schloss Horst am 13. März keinen Handlungsbedarf, sich öffentlich gegen Rechts zu positionieren (O-Ton der Demokratischen Initiative:...Wir springen nicht über jedes Stöckchen, dass man uns hinhält!), so will man jetzt vor dem Hintergrund der von “Pro NRW” angekündigten Konferenz öffentlichen Protest artikulieren. Gegen die Nutzung des stadteigenen Schlosses durch die “Pro NRW” ist nach Aussage der Stadtverwaltung kein Kraut gewachsen. Eine mögliche Lösung des Problems: Die Stadt beschließt eine Änderung der Satzung zur Nutzung des Gebäudes, das einzig probate Mittel, den Rechtspopulisten dauerhaft den Zutritt zum Schloss Horst zu verwehren. Derzeit ist nach unseren Informationen “Pro NRW” die einzige Partei, die das repräsentative Schloss für politische Veranstaltungen nutzt.


Nazis bei Facebook: Erste Kunden ziehen Werbeaufträge zurück 

21.3.2011 Gelsenkirchen. Für Unruhe in der Führungsetage von Facebook sorgt derzeit eine Aktion von Internetaktivisten. Diese haben Werbekunden darüber informiert, das ihre beim Onlinenetzwerk Facebook geschaltete Werbung auch auf Seiten mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten gezeigt wird. Erste Firmen wie wissenmedia-Bertelsmann oder Tesa haben auf die Information umgehend reagiert und ihre Werbeaufträge bei Facebook gestoppt.

Bei Facebook ist man derweil um Schadensbegrenzung bemüht, droht doch der Verlust lukrativer Werbeeinnahmen. In einer Stellungnahme an seine Werbekunden betont das Netzwerk, das man grundsätzlich bemüht sei, das Problem in den Griff zu bekommen. Man versuche, der Flut von Naziseiten mit verschiedenen Mitteln, u.a. dem Einsatz von Filter-Software, Einhalt zu gebieten. Im übrigen sei man aber auch auf die “Selbstreinigung” der Community durch User, die eindeutige Inhalte melden, angewiesen.

Bereits 2009 hatte die Deutsche Telekom aus gleichem Grund eine Werbekampagne auf Facebook gestoppt. Geschehen ist seitdem bei Facebook hinsichtlich der steigenden Zahl von Profilen mit Neonazi-Propaganda wenig, denn das kostet Geld. Man müsste mehr Leute einstellen, die Hasspropaganda löschen. Facebook generiert jedoch mit der Einblendung von Werbung, die auch auf Naziseiten erscheint, Einnahmen in Millionenhöhe.

Presse- und Medienmitteilung des "Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus" Gelsenkirchen vom 21. März 2011


Netzwerk auch bei Facebook aktiv

Nazis find ich doof

16.3.2011 Rassistische, fremdenfeindliche und antisemitische Inhalte nehmen im Web 2.0 immer mehr zu. Die Nazis haben die Möglichkeiten des Mediums Internet schnell begriffen. Neonazistische Inhalte und Statements, Werbung für rechtsextreme Parteien, Bands und Neonazigruppen erreichen hier schnell Tausende Menschen. Auch das soziale Netzwerk Facebook wird von Rechtsextremen gerne zur Verbreitung von dumpfen Hass-Parolen und NS-Symbolen genutzt. Über Facebook vernetzen sich die Rechtsextremen europaweit, auf unzähligen Profilen wird unverholen rechte Propaganda verbreitet und Volksverhetzung betrieben. So genannte Profilbilder zeigen häufig in Deutschland verbotene NS-Symbole oder NS-Täter.

Das "Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen" hat jetzt bei Facebook eine Gruppe initiiert. Mehr als 150 MitgliederInnen spüren derzeit bei Facebook User-Profile mit rechtsgerichten Inhalten auf und melden sie an Facebook weiter "Die Braune Flut im Soialen Netzwerk Facebook muss eingedämmt werden, Facebook muss sich öffentlich ganz klar gegen Rechtsextremismus positionieren und wirksame Maßnahmen gegen rechtsextreme Umtriebe auf der Plattform ergreifen" sagte ein Sprecher der Initiative.

Runder Tisch gegen Rechts Gelsenkirchen

Bunte Vielfalt statt Braune Einfalt

Bunte Vielfalt statt Braune Einfalt

14.3.2011: Das Netzwerk hat einen Runden Tisch initiiert, der überparteilich gegen Rechts agieren soll. Gemeinsam sollen am Runden Tisch Vorgehensweisen, aufklärende Veranstaltungen und Aktionen gegen Rechtsextremismus und Rassismus in der Stadt erläutert und geplant werden.

Dabei dürfen die Verbrechen der NS-Zeit nicht vergessen werden, so sollen auch Veranstaltungen zum NS-Opfergedenken geplant und durchgeführt werden. Zu einem ersten Treffen des Runden Tisches, dass in Kürze stattfindet, werden Bürger und Bürgerinnen, verschiedene Verbände, Organisationen und Parteigliederungen eingeladen. Bei dem Treffen soll eine Basis für die Zusammenarbeit und die Möglichkeiten von Austausch, Planung und Vernetzung erörtert werden. Konsequentes gemeinsames Handeln und die Bündelung aller demokratischen Kräfte ist die wirksamste Strategie gegen Rechtsextremismus und Rassismus.

Kundgebung gegen Rechtsextremismus in Gelsenkirchen: Wir haben Flagge gezeigt!

13.3.2011 Auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber Schloss Horst versammelten sich am Sonntagvormittag rund hundert Menschen, um gemeinsam gegen die rechtspopulistische "Pro NRW" zu protestieren. Der Verein Gelsenzentrum hatte in Aktionseinheit mit AUF zu der Protestkundgebung aufgerufen. Hintergrund war der von den Rechtspopulisten vollmundig "konmmunalpolitische Jahresrückblick" genannte Empfang des Gelsenkirchener Ablegers von "Pro NRW" im Schloss Horst.

Protestkundgebung gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen im März 2011

Foto: Flagge zeigen - Kundgebung "Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus" am 13. März 2011 in Gelsenkirchen

Neben Redebeiträgen von Menschen aus verschiedenen politschen Spektren und musikalischen Darbietungen wurde vom "offenen Mikrofon" seitens der KundgebungsteilnehmerInnen rege Gebrauch gemacht. Auch die Gesamtschule Horst war mit einer Gruppe von Schülerinnen und Schülern erschienen und meldete sich zu Wort. Vertreter von SPD, CDU, der Linken oder den Grünen suchte man auf der Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus jedoch vergebens.

Andreas Jordan (Gemeinnütziger Verein Gelsenzentrum) als Veranstalter der Kundgebung zeigte sich zufrieden: "Wir haben unseren Protest gegen die im Schloss Horst tagende rechtspopulistische Kleinpartei "Pro NRW" unüberhörbar artikuliert, ohne die Veranstaltung der selbsternannten "Bürgerbewegung" unnötig aufzuwerten. Die (nichtöffentliche) Veranstaltung der Rechtspopulisten sollte jedoch nicht gänzlich unbeachtet stattfinden, Rechtspopulismus darf nicht selbstverständlicher Alltag werden".

Konstantin Wecker 2010

Foto: Konstantin Wecker, 2010

Sage Nein

12.3.2011: Der Musiker, Liedermacher, Komponist und Autor Konstantin Wecker unterstützt mit seinem Liedtext "Sage nein!" das Projekt von Gelsenzentrum e.V. "Bündnis Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus - Metropole Ruhr/Gelsenkirchen". Den Text des Liedes werden wir auf unserer Protestkundgebung "Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus" am 13. März 2011 vortragen.

Im Stile von Wolfgang Borcherts Text "Dann gibt es nur eins!" schrieb Konstantin Wecker 1993 sein Protestlied "Sage Nein". Dann gibt es nur eins! ist einer der bekanntesten Prosatexte des deutschen Schriftstellers Wolfgang Borchert. Er entstand als seine letzte Arbeit wenige Wochen vor seinem Tod am 20. November 1947 und wurde an Borcherts Todestag das erste Mal im Rundfunk vorgetragen.

Einladung zum Aktionseinheitstreffen

Rechtspoulisten stoppen! Es gigt kein Recht auf Rassismus!

Wir laden alle Interessierten ein zu einem Aktionseinheitstreffen am Donnerstag, den

10. März 2011 um 19:00 Uhr

im Bezirksbüro West von AUF Gelsenkirchen, Schmalhorststrasse 1c in Gelsenkirchen-Horst. Bei dem Treffen sollen Ablauf und Charakter der Protestkundgebung am 13.3.2011 von allen Beteiligten gemeinsam festgelegt werden.


13. März 2011 - Flagge zeigen - Kundgebung "Gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus" 

Graffiti auf einem Container vor Schloss Horst in Gelsenkirchen

8.2.2011: Die Kundgebung findet von 11-13 Uhr auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber dem Schloss Horst in Gelsenkirchen statt. GELSENZENTRUM und AUF Gelsenkirchen zeigen in einer antifaschistischen Aktionseinheit gemeinsam Flagge gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus in Gelsenkirchen und anderswo. An diesem Tag will die rechtspopulistische Partei „Pro NRW“ eine nichtöffentliche Veranstaltung im Schloss Horst abhalten.

Für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen unabhängig von konstruierten Merkmalen wie Herkunft, Religion, sozialem Status oder der Lebensweise! Wir sind solidarisch mit allen Einzelpersonen und Gruppierungen, die mit uns dieses Ziel teilen und laden euch zur Mitarbeit und Teilnahme ein.

Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus haben Konjunktur in Deutschland. Nationalistische und rassistische Positionen sind in der Gesellschaft keine Ausnahmeerscheinung oder ein allzu gern beschworenes Phänomen, begrenzt nur auf die extremen Rechten, sondern treffen auch in der selbst ernannten "Mitte" der Gesellschaft ständig mehr und mehr auf Zustimmung.

Die zunehmende Verbreitung einer Denkkultur, die sozialdarwinistische Rechnungen anstellt und nach Sündenböcken für gesellschaftliche Probleme sucht, stellt eine wichtige Herausforderung für uns alle dar - Flagge zeigen gegen den zunehmenden Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus!   mehr...

Gastbeitrag im Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus 

Wir veröffentlichen bei uns im Netzwerk auch gerne themenbezogene Gastbeiträge. Einfach euren Beitrag im Textformat per Email an das Redaktionsteam senden!

Ein Gastbeitrag von Sebb Punk: ... über Gründe und Maschen ...

Der Rote Emscherbote  Der Protest gegen Pro NRW formiert sich

05/03/2011. Am Sonntag, den 13. März 2011, trifft sich die rechte Organisation „Pro NRW“ wieder einmal in Schloss Horst. Während die Etablierten der „Demokratischen Initiative“ offenbar keine Initiative zeigen, organisieren Gelsenzentrum und AUF einerseits sowie die Antifaschistische Jugendkoordination (AJK) andererseits den Protest.

Andreas Jordan hat für den Verein Gelsenzentrum – wie schon im Vorjahr – als erster eine Kundgebung auf dem Josef-Büscher-Platz gegenüber von Schloss Horst angemeldet. Von 11 bis 13 Uhr plant Gelsenzentrum – inzwischen gemeinsam mit AUF Gelsenkirchen – unter dem Motto „Flagge zeigen: Kundgebung gegen Alltagsrassismus und Rechtsextremismus“ eine Protestveranstaltung, in der für ein gemeinsames und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen, unabhängig von konstruierten Merkmalen wie Herkunft, Religion, sozialem Status oder Lebensweise demonstriert wird. (...)   mehr...

Informationsportale

Der Rote Emscherbote  Pro NRW wieder im Schloss Horst

13/02/2011. Für Sonntag, den 13. März 2011 hat die rechte „Pro NRW“ die Nutzung eines Raumes im Schloss Horst – nicht der Glashalle – für eine nichtöffentliche Veranstaltung beantragt.

Die „Demokratische Initiative“, in der sich die Stadt Gelsenkirchen, die etablierten Parteien und weitere, offenbar etwas träge Organisationen zusammengeschlossen haben, will bisher von einer koordinierten Gegenaktion absehen. In einer E-Mail heißt es, man könne zwar die Position verstehen, die Nutzung des Kultur- und Bürgerzentrums Schloss Horst durch Pro NRW nicht als Selbstverständlichkeit zu akzeptieren, andererseits erzeuge jede Aktion gegen Pro NRW mehr öffentliche Aufmerksamkeit, als sie aus eigener Kraft erlangen könne. Man wolle nicht über jedes Stöckchen springen, das einem hingehalten würde. (...)   mehr...

Herausgeber der Infobroschüre Durchblick: Anti-Rassismus Informations-Centrum, ARIC-NRW e.V.<br> Antirassistisch-Interkulturelles Informationszentrum ARiC Berlin e.V. Alltagsrassismus - Und was Du dagegen tun kannst

Druckvorlage Aktionsflyer Gelsenzentrum e.V. Druckvorlage Aktionsflyer Gelsenzentrum e.V.

Pressemitteilung Pressemitteilungen

Netzwerk gegen Rassismus und Rechtsextremismus Gelsenkirchen Aktionseinheit "Gegen Rassismus und Rechtsextremismus"


Impressum

Aktualisiert: 9. Februar 2012 | Verantwortlich für den Inhalt nach § 55 Abs. 2 RStV: Andreas Jordan - 45852 Gelsenkirchen - Postfach 300125. Eine Initiative von Gelsenzentrum e.V.

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